1. Verlagerung («Displacement»)

Blasen haben in der Regel einen realwirtschaftlichen Hintergrund. Ökonomen sprechen von einem «exogenen», das heisst einem von aussen kommenden Schock, der die Wirtschaft grundlegend verändert. Erfindungen wie die Dampfmaschine oder das Internet, finanzielle Liberalisierung und Deregulierung oder das Ende eines Krieges sind Beispiele. Damit wird der Grundstein für einen Boom gelegt.

2. Boom («Boom»)

In der zweiten Phase formt sich eine überzeugende Argumentation rund um das Anlagethema («Immobilienpreise sind noch nie gefallen»). Geld – in der Form von Krediten – beginnt zu fliessen, die Preise steigen, was der Geschichte zusätzliche Glaubwürdigkeit verleiht. Ein positiver Rückkopplungseffekt («Positive Feedback Loop») entsteht.

3. Euphorie («Euphoria»)

Dies ist die gefährliche Phase. Anleger glauben, der Boom währe ewig, und die Preise könnten nur steigen. Mit anderen Worten: Diesmal ist alles anders. Bewährte Bewertungsgrundsätze werden über Bord geworfen und als nicht mehr zeitgemäss belächelt. Neue Kennzahlen oder Begründungen werden kreiert, um die exorbitanten Preise zu rechtfertigen.

In Aktien, Anleihen und andere Vermögenswerte wird nicht mehr wegen des erwarteten Ertrags investiert, sondern wegen der Aussicht, die Anlage zu einem höheren Preis weiterverkaufen zu können («Greater Fool Theory»). Geld scheint gratis zu sein in dieser Phase. Eine zentrale Rolle spielt auch die soziale Komponente: Wenn alle um einen herum an einer Spekulationsblase Geld verdienen, braucht es sehr viel kaltes Blut, um sich von der Euphorie nicht anstecken zu lassen. Denn nichts ist schlimmer, als zuzusehen, wie der Nachbar reich wird.

4. Finanzielle Not («Crisis»)

Oftmals ist es ein unscheinbares Ereignis, das die Blase zum Platzen bringt: Ein Marktteilnehmer meldet zum Beispiel Konkurs an, oder Insider beginnen zu verkaufen. Die Preise geraten unter Druck. Vorerst werden diese Rückschläge für Zukäufe genutzt.

Doch dann geht es ganz schnell, die Preise erodieren, erste Marktteilnehmer, die sich in der Aufschwungphase stark verschuldet hatten, geraten in Schwierigkeiten und müssen, um Liquidität zu gewinnen, ihre Positionen reduzieren. Die Preise fallen noch stärker, ein negativer Rückkopplungseffekt setzt ein. In dieser Phase kommen oft kriminelle Aktivitäten ans Licht.

5. Abscheu («Revulsion»)

In der letzten Phase wenden sich die Investoren endgültig vom Anlagethema ab und wollen nichts mehr davon wissen. Das Ausmass der Fehlinvestitionen – leerstehende Häuser, Glasfasernetze, die niemand benötigt – wird langsam ersichtlich, die Preise fallen auf ein extrem tiefes Niveau.