Märkte / Makro

Die Angst vor der Eurokrise ist mit einem Schlag zurück

Die Rendite deutscher Staatsanleihen steigt, für schwache Regierungen geht der Zinsaufschlag hoch. Doch die Beschlüsse der Eurogruppe überzeugen kaum.

Christine Lagarde, die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), hat es gleich klargemacht. In der Coronakrise seien vor allem die Regierungen gefragt, sagte sie zu Beginn der Pressekonferenz nach der EZB-Entscheidung vom Donnerstag. Dann erst zählte sie auf, was der Rat zuvor beschlossen hatte: Um die Liquiditätsversorgung der Unternehmen zu sichern, zahlt die EZB den Banken ab Juni eine Prämie von 0,75% in Geldleihegeschäften, die über der Zinsgebühr von 0,5% auf Einlagen der Banken bei der EZB liegt.

Lagardes Aussage passt zu Forderungen von Ökonomen und Politikern, wonach die Eurozone einen Schutzschild nicht nur für Unternehmen, sondern längst auch für Regierungen braucht. So bewerten auch Zinsstrategen die bisherigen Beschlüsse der Regierungen als nicht überzeugend. Dies sei ein Grund dafür, dass die Renditen von deutschen Staatsanleihen stiegen, schreiben die Fachleute der Commerzbank. Auch die Verzinsung von Obligationen der Eidgenossenschaft steigt: Wie in Deutschland ist die Rendite weniger weit im Minus. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?