Unternehmen / Finanz

Die atomisierten Grossbanken

Die Aktionariate von UBS und CS sind stark zerstückelt. Das gibt den Managern viel Macht, aber keine absolute.

Die Schweizer Grossbanken bereiten Anlegern Bauchschmerzen. Das Management von Credit Suisse (CS) hat sich durch Beschattungs­affären unmöglich gemacht. Das Management von UBS schafft es nicht, das Geschäft aus dem Tief zu holen. Beide Grossbanken haben jüngst ihre Ziele gesenkt; Gewinn, Eigenkapitalrendite und Aktienkurs sind von einstiger Stärke weit entfernt. Doch was kann ein Schweizer Aktionär dagegen tun? Die Antwort: herzlich wenig, denn die Macht bei den Grossbanken liegt ganz woanders.

UBS und CS haben Hunderttausende Aktionäre, die allerdings nur je einen Bruchteil am Kapital der Gesellschaften halten. «Das ist ein überwiegend typisches Bild bei kotierten internationalen Grossunternehmen», sagt Barbara Heller, Chefin von Swipra, einem Dienstleister zur Unternehmensführung, «das Aktionariat ist üblicherweise breit gestreut». Atomisiert ist eine andere Bezeichnung dafür. So eine Struktur kommt dem Management zugute. «Je zerstückelter das Aktionariat, desto weniger stark kann es eine Gegenposition zum Verwaltungsrat aufbauen», sagt Aktienrechtler Peter Forstmoser, Partner der Kanzlei Niederer Kraft Frey. «In extremis liegt die Macht bei Verwaltungsrat und Geschäftsleitung.»

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