Unternehmen / Industrie

Die Bauindustrie kämpft gegen niedrige Produktivität

Implenia, Strabag und Co. müssen auf Digitalisierung, Modulbauweise und Weiterbildung setzen, um ihren Aktien auf die Sprünge zu helfen.

Um die Arbeitsproduktivität auf Baustellen steht es nicht zum Besten. Studien zeigen, dass es seit Jahrzehnten kaum Fortschritte bei der Wertschöpfung pro geleistete Arbeitsstunde gibt. Entsprechend niedrig ist die Profitabilität. Unter den grossen Bauunternehmen finden sich dennoch einige lohnenswerte Titel (vgl. Aktienboxen), bei denen es Luft nach oben gibt. Denn die Nachfrage nach Bauleistung bleibt hoch, und die Industrie ist dabei, ihre Probleme zu lösen.

Die Bauwirtschaft konnte vielen Trends nicht folgen, die in anderen Industrien für Produktivitätszuwachs gesorgt haben. Serienfertigung, Just-in-time-Produktion, Lean Management, Automatisierung oder Digitalisierung hatten es schwer auf den Baustellen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Die Unternehmen produzieren an ständig wechselnden Standorten und sind den Unbilden des Wetters ausgesetzt. Vor allem im Tiefbau sind die örtlichen Bedingungen immer wieder anders und sorgen mitunter für teure Überraschungen. Jedes Bauwerk ist ein Unikat, und Bauprojekte und Baustellen sind immer komplexer geworden.

Umfangreiche Vorschriften

Darüber hinaus ist die Bauindustrie mit umfangreichen Vorschriften konfrontiert. Schlecht abgestimmte Verträge zwischen Bauunternehmen und Zulieferern behindern die Zusammenarbeit. Hinzu kommen ineffiziente Planung, begrenzte Standardisierung und nicht ausreichend qualifizierte Arbeitskräfte. Die niedrigen Gewinnmargen verhindern ausserdem Investitionen in Technologie und Digitalisierung. Gemäss dem Beratungsunternehmen Deloitte betrug im Jahr 2020 die durchschnittliche operative Marge (Ebit) der 30 profitabelsten Bauunternehmen der Welt 5,4%. Die reinen Bauaktivitäten der europäischen Unternehmen erreichten demnach lediglich 2,5% (vgl. Tabelle).

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