Zum ersten Mal küren «Finanz und Wirtschaft» und «Bilan» gemeinsam mit dem Datenspezialisten Statista die besten Unternehmensberater der Schweiz. Wir wollten wissen, wer den besten Ruf hat und sich am besten in den unterschiedlichen Branchen auskennt. Grundlage dafür waren eine Online-Befragung auf unserer Homepage fuw.ch sowie eine schriftliche Expertenbefragung. Die Feldzeit lief vom 1. September bis 30. November 2020. Hier finden alles zur «Methodik».

Die Ergebnisse liegen nun vor und sind in unserer Beilage «Die besten Schweizer Berater 2021» auf fuw.ch als PDF abrufbar. Die Ergebnisse sollen Licht in den Beraterdschungel bringen. Denn der Markt ist auch in der kleinen Schweiz erstaunlich fragmentiert. Rund 630 Unternehmensberatungen bemühen sich hierzulande um die verschiedensten Mandate, schätzt der Verband Association of Management Consultants Switzerland (ASCO). Dominiert wird die Branche allerdings von den grossen Playern, die auch global bestens vernetzt sind.

Doch wie schlagen sich die grossen und mittleren Marktteilnehmer ganz konkret im operativen Geschäft? Wo sind ihre Stärken, wo ihre Schwächen? In den für die Schweiz wichtigen Branchen wie Gesundheit und Finanzen beispielsweise machen McKinsey & Company, The Boston Consulting Group, Deloitte Consulting und PricewaterhouseCoopers das Rennen. Wird es kleinteiliger, wie im Bereich Maschinen- und ­Anlagenbau, liegen eher mittelgrosse Beratungsunternehmen wie Simon-Kucher & Partners und Helbling Business Advisors vorn.  Am besten in der eher jungen Disziplin der Nachhaltigkeitsberatung kennen sich unter anderen Accenture (ACN 287.71 +1.16%) und McKinsey aus. Im Change Management sind dagegen AlixPartners und Roland Berger hoch angesehen. In der IT-Implementierung sind es EY und IBM (IBM 135.73 +0.45%) Business Consulting. Die grosse Übersicht finden Sie hier.

«Finanz und Wirtschaft» wagt sich mit diesem Ranking auf unbekanntes Terrain, wir glauben aber eine dem Markt angemessene Form gefunden zu haben, die Branche abzubilden. Abgesehen von der Datenlage präsentierte sich bei unserer ­Recherche eine Branche in der Selbstfindung. Die Coronapandemie und die mit ihr verordnete Stilllegung ­allen öffentlichen Lebens hat Arbeitsmuster durcheinandergerüttelt. Wo früher auf lange Nachtschichten im Büro, kostspielige Teamevents, Auswärtsessen, Dienstwagen und Vielfliegerei gesetzt wurde, geht es heute im Home  Office per Videochat vergleichsweise gemütlich zu. Nicht unbedingt ein Nachteil, meint Beatrix Morath, Country Head Schweiz bei AlixPartners in der Schweiz. Durch die vielen Stunden mit Anwesenheitspflicht im Büro und die Reisetätigkeiten habe die Branche zu viele ­Berater verloren, die Familie und Karriere nicht mehr vereinen konnten. Zeit für ein Umdenken, das Consulting von morgen könnte durchaus leiser treten, meinen auch einige ihrer Kollegen.

Auch der Startschuss für die Premiere unseres Rankings fiel ausgerechnet in die Coronazeit, in der nichts normal ist. Wir sind daher jetzt schon gespannt, wie sich die Beraterszene in den nächsten Jahren präsentieren wird und welche Schlagworte dann die Agenda bestimmen.  Gemäss ASCO-Vorstandsmitglied Marc Pfyffer wird sich künftig alles um den grossen Brocken Digitalisierung drehen. Bei diesem komplexen Thema, wo es um ganzheitliche Beratung geht, werden die grossen Consultinganbieter ihren Vorsprung wohl eher noch weiter ausbauen, die kleinen Spezialisten müssen kämpfen. Fortsetzung folgt.


Methodik und Hinweise


Marktabgrenzung

Im Rahmen der Untersuchung wurden neben den klassischen Beratungsunternehmen auch IT-Bera­tungen, Beratungszweige von Wirtschaftsprüfungs­gesellschaften, Beratungszweige von Agenturen, am Markt tätige Inhouse-Consulting-Firmen und ­Insolvenzberatungen betrachtet. Explizit ausgeschlossen wurden Personalberatungen und Headhunter. Tochtergesellschaften oder Marken von Unternehmen wurden separat betrachtet.

Methodischer Ansatz

Die Liste der besten Unternehmensberater in der Schweiz basiert auf einer Experten- (Partner und ­Principals von Unternehmensberatungen) und einer Klientenbefragung. Beide Befragungen wurden online durchgeführt. Für die Expertenbefragung wurden ­insgesamt über 4000 Partner und Principals von Unternehmensberatungen mit E-Mail-Adresse identifiziert. Die Basis für die Recherche der relevanten Unternehmensberatungen waren unter anderem ASCO ­(Association of Management Consultants ­Switzerland), Adressverzeichnisse sowie andere Unternehmensberaterrankings. Die Einladung dazu wurde per E-Mail mit einem personalisierten Link ­verschickt. Die Feldzeit lief vom 1. September bis zum 30. November 2020.

Im Rahmen der Expertenbefragung konnten die ­Partner und Principals für verschiedene Branchen und Arbeitsbereiche Empfehlungen für Unternehmens­beratungen aussprechen. Eigenempfehlungen wurden ausgeschlossen. Die Abfrage der Empfehlungen war offen, das heisst, es gab keine Vorgabe von Unternehmensberatungen. Die Referenzen für Unternehmensberatungen in jeder Branche und in jedem Arbeits­bereich wurden ausgewertet. Selbstverständlich konnten auch Unternehmensberatungen empfohlen werden, die nicht in unserer Stichprobe enthalten ­waren. Auch diese Referenzen wurden ausgewertet. Neben der Expertenbefragung fand auch eine Klientenbefragung statt. Dabei wurden über 200 leitende Angestellte (zum Beispiel Head of Strategy, Head of Business Development etc.) der grössten Schweizer Unternehmen eingeladen, Ihre Empfehlungen aus Klientenperspektive abzugeben. Die Feldzeit verlief parallel zur Expertenbefragung.

Darüber hinaus bestand die Möglichkeit, sich als Unternehmensberater für die Expertenbefragung ­beziehungsweise als leitender Angestellter für die Klientenbefragung zu registrieren. Auf diese ­Mög­lichkeit wurde auf fuw.ch, im Newsletter von ­«Finanz und Wirtschaft» sowie in einem Newsletter von ASCO ­hingewiesen. Im Anschluss wurde zusätzlich eine ­Onlinebefragung unter ca. 200 leitenden ­Angestellten durchgeführt, die über ein Online-Panel rekrutiert wurden.

Die Befragten bekamen für jede Branche beziehungsweise jeden Arbeitsbereich, in der/dem sie in den ­vergangenen vier Jahren mit einer Unternehmens­beratung zusammengearbeitet haben, eine Liste von Unternehmensberatungen, deren Grundlage die zuvor durchgeführte Zwischenauswertung war, zur Abgabe von weiteren Empfehlungen vorgelegt. Auch hier war die freie Nennung von Unternehmensberatungen möglich.

Bewertung

Sämtliche Bewertungen, die über die verschiedenen Kanäle eingetroffen waren, wurden zusammengetragen und ausgewertet. Es wurde hier zwischen «••••» (häufig empfohlen) und «•••••» (sehr häufig empfohlen) unterschieden. Es handelt sich hierbei um keine qualitative, sondern eine quantitative Bewertung auf Basis der durchschnittlichen Anzahl Empfehlungen.

Unternehmensberatungen ohne oder mit nur sehr wenigen Empfehlungen wurden nicht in die Liste ­aufgenommen.

Die Sortierung in jeder der insgesamt zwölf Branchen und in jedem der vierzehn Arbeitsbereiche war alphabetisch, unabhängig davon, ob eine Unternehmensberatung «•••••» oder «••••» erhalten hat.

Disclaimer

Unsere Bestenlisten bilden ausschliesslich Unternehmensberatungen ab, die hinreichend oft empfohlen wurden, eine Erwähnung ist also in jedem Fall eine Auszeichnung und ein positives Votum des Marktes. Die Bestenliste der Unternehmensberatungen in der Schweiz wurde in einem aufwändigen Verfahren ­erstellt. Selbstverständlich wird die Qualität all ­derjenigen Unternehmensberatungen, die nicht in der Liste ­erwähnt sind, nicht angezweifelt.