«Ich hab fünf Biere mit einem Kipfel und einem Würstl», rechnete einst Schwejk mit dem Wirt im Prager Gasthaus «Zum Kelch» ab; bald darauf wurde Schwejk eingezogen und zum braven Soldaten gedrillt. Was der Romanautor Jaroslav Hašek nicht frei erfunden hat, ist der imposante Bierdurst der Böhmen. In der Tschechischen Republik erreicht er im Jahr 183,1 Liter pro Kopf, wie der japanische Braukonzern Kirin erhoben hat (Kirin erstellt jährlich ein solches Ranking; es gibt auch andere Erhebungen – die Zahlen sind nicht bierernst zu geniessen, sondern mit einem kühlen, schaumigen Schluck). Die Tschechen liegen damit unübertrinkbar vorn, weit vor den Österreichern mit 106,6 Litern (zu Schwejks Zeiten hauste man ja noch gemeinsam unter den Habsburgern). Rang drei, immerhin, belegen die Deutschen mit 100,1 Litern. Die Slowaken bechern mit 81,1 Litern nicht einmal die Hälfte des Volumens ihrer ehemaligen Landsleute – da klaffen mentale Abgründe. Die Spanier auf Rang sieben retten einsam die Bierehre Südeuropas. Bezeichnend ist der achte Rang Namibias: Die deutsche Kolonialtradition schlägt durch (man löscht in Windhoek den Durst etwa mit «Camel-thorn Urbock»). Erst auf Rang 24 findet sich Belgien – dort ist unüberblickbare Sortenvielfalt wichtiger als schnöde Menge. Die Schweiz findet sich mit nahezu asketischen 54,4 Litern pro Kopf unter «ferner tranken» auf Platz 34.