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«Die Börsen wollen die Realität nicht sehen»

Albert Edwards, Marktstratege bei Société Générale, kritisiert die Notenbanken für ihre Massnahmen und rechnet noch für dieses Jahr in den USA mit Deflation.

Er weiss, dass er als Ökonom grosse Privilegien geniesst. Albert Edwards hat bei Société Générale Narrenfreiheit, seine Ansichten müssen sich nicht mit der Hausmeinung decken. Gerade deshalb hört ihm die Finanzgemeinde gerne zu, wenn er abseits des Mainstreams die Märkte kommentiert. Auch im Interview mit «Finanz und Wirtschaft» scheut er sich nicht, klare Ansagen zu machen. So erwartet er, dass die US-Notenbank noch dieses Jahr Negativzinsen einführen wird.

Herr Edwards, seit Jahren warnen Sie vor einem Crash. Die Bestätigung durch den Absturz im März hielt aber nur kurz an.
Es war eindrücklich, wie schnell sich der S&P 500 erholt hat. Bis 3000 Punkte sah es aus wie eine Erholungsrally, was nach einem solchen Kurseinbruch zu erwarten ist. Aber was jetzt läuft, überrascht sogar mich – und dafür braucht es einiges, nachdem ich seit 37 Jahren die Finanzmärkte beobachte. Ich tue mich schwer damit, diese Bewegungen zu verstehen.

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Leser-Kommentare

Paolo Martinoni 03.06.2020 - 16:26
Könnte es sein, dass durch die “rettenden” Interventionen der Notenbanken die von André Kostolany in seinen Büchern so klar beschriebenen “Gesetzmässigkeiten” der Finanzmärkte ausser Kraft gesetzt worden sind, so dass wir nie mehr “richtige” Baissen und Korrekturen an den Aktienmärkten erleben werden? Die Notenbanken vermitteln ja diesen Eindruck, als hätten sie gegen jedes erdenkliche Übel ein geeignetes Mittel, so dass… Weiterlesen »
Peter Gemperle 04.06.2020 - 07:17

Es beginnt langsam die Zeit in der alles anders ist….

Claude Brès 04.06.2020 - 12:00

Und wenn alles vermeintlich anders ist, stehen wir vor der nächsten bedeutenden Korrektur