1. Platz: Swisscom

Der Telecom-Primus kann sich mit wenigen Optimierungen an der Spitze halten.


Seit drei Jahren ist Swisscom an der Spitze des VR-Rankings. Der Vorsprung auf den Zweitplatzierten ist mit zwei Punkten zwar gering. Die Schweizer Telecom-Marktführerin erreicht dennoch auch ohne substanzielle Veränderungen eine bislang unangefochtene Spitzenbewertung, und das trotz einigen Defiziten. Besonders die Unabhängigkeit des Verwaltungsrats – das im Ranking am stärksten gewichtete Kriterium – erreicht mit 66% keinen Spitzenwert. Daran hat auch der Abgang des langjährigen Präsidenten Hans-Ueli Loosli nicht viel geändert. Ihm ist Michael Rechsteiner nachgefolgt, der zuvor zwei Jahre im Gremium sass und die Führungskultur von Loosli fortsetzen will (vgl. Interview auf S. 16). Dass die Eidgenossenschaft mit 51% des Kapitals Hauptaktionärin ist, wirkt sich strategisch wie personell aus. Zudem geniesst Swisscom eine hohe öffentliche Aufmerksamkeit und wird vom Bund überwacht, was sich bestimmt auch mässigend auf das Salärniveau auswirkt. Als Besitzerin einer kritischen Infrastruktur hat Swisscom den Auftrag, die kommunikative Grundversorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Der Bund gibt zudem die strategischen Ziele und die finanziellen Leitplanken des Konzerns vor. Die Nähe zum Bund zeigt sich auch in der Zusammensetzung des Verwaltungsrats: Zwei Vertreter des Personals und ein Bundesvertreter nehmen dort Einsitz. Ausser dem Abgang von Loosli hat sich das Gremium um ein Mitglied vergrössert: Mit Guus Dekkers ist ein IT- und Cybersecurity-Experte hinzugekommen. Dekkers ist hauptamtlich Technologiechef des britischen Retailers Tesco und war in gleicher Funktion lange beim Flugzeugbauer Airbus. EM
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