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Zum Thema: Einfach absichern

Die einzelnen Schritte zum Kauf einer Put-Option

Wer sein Portfolio mit Put-Optionen absichern will, muss einige Punkte beachten. Die einzelnen Schritte der Portfolioabsicherung werden hier an einem konkreten Beispiel und mithilfe einer Grafik illustriert. Sie kann auch für individuelle Berechnungen genutzt werden.

Max Muster hat 100 000 Fr. in Schweizer Aktien investiert, je 20 000 Fr. in den Nahrungsmittelkonzern Nestlé, den Pharmariesen Roche, den Versicherungskonzern Zurich, die Grossbank Credit Suisse und den Industriekonzern ABB.

Max Muster erwartet nach der langjährigen Börsenhausse bis zum Sommer eine Korrektur. Dagegen will er seine Wertschriften schützen. Da die Wirtschaft weltweit brummt, möchte er seine Titel nicht verkaufen, sondern mit Put-Optionen absichern.

Er hat ganz genaue Vorstellungen, wie seine Absicherung aussehen soll. Er will die Hälfte seines Portfolios mit einer Put-Option absichern. Da seine Titel etwa 50% des Swiss Market Index (SMI) ausmachen, entscheidet er sich für einen Put auf den SMI.

Er ist sich bewusst, dass dies kein exakter Hedge ist, ist aber der Ansicht, dass seine Anlagen den defensiven Charakter der Schweizer Börse spiegeln. Nachdem die Valoren von ihren Höchst bereits etwas zurückgekommen sind, möchte Max Muster seinen maximalen Verlust auf 5% begrenzen.

Um die Zahl der Optionen zu berechnen, wird der abzusichernde Betrag, in diesem Fall 50 000 Fr., durch den Indexstand geteilt (50 000/8800=5,7). Dieser Faktor gibt an, wie oft der Index in der abzusichernden Summe enthalten ist.

Um die effektive Anzahl der benötigten Optionen zu berechnen, muss der Faktor mit dem Bezugsverhältnis (Ratio) multipliziert werden. Die Ratio gibt an, wie viele Optionen nötig sind, um den Index einmal abzusichern. Die meisten Indexoptionen auf den SMI haben eine Ratio von 500.

Das heisst, es sind 500 Optionen nötig, um den Gegenwert des Index abzusichern. Somit ist der errechnete Indexfaktor mit 500 zu multiplizieren, um die Zahl der nötigen Optionen zu erhalten (5,7×500=2850). Es sind also 2850 Put-Optionen nötig, um die gewünschten 50 000 Fr. abzusichern.

Im nächsten Schritt gilt es, die korrekte Option zu finden. Da Muster eine weitere 5%-Korrektur hinzunehmen bereit ist, liegt der Strike bei einem aktuellen Indexstand von 8922 Punkten bei rund 8400 Punkten (0,95×8800 = 8360). Die richtige Option findet er hier. Er wird das Produkt wählen, das günstig ist, wo die Geld-Brief-Spanne tief, aber mit ausreichenden Volumen hinterlegt ist.

Die Kosten pro Option liegen bei 0.56 Fr. Die Absicherung kostet somit 1596 Fr. (2850×0.56 Fr.=1596 Fr.) oder 1,6% des Portfolios für die Hälfte des Anlagevolumens. Will Muster das Portfolio auf dem aktuellen SMI-Niveau von 8800 Punkten absichern, liegt der Preis pro Option um 0.92 Fr. Die Absicherung wäre in diesem Fall mit 2622 Fr. oder 2,6% des Portfolios deutlich teurer. Egal, wie sich die Märkte entwickeln, diese Kosten ergeben sich in jedem Fall.

Bei einer exakten Absicherung der Positionen würde er das gleiche Vorgehen mit den jeweiligen Basiswerten wählen.

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