Märkte / Makro

Die EZB sammelt sich zum Nachdenken

Eurowährungshüter überprüfen ab Anfang 2020 ihre Strategie. Stabilere Konjunktur- und Inflationsaussichten lassen Zeit für eine Atempause in der Geldpolitik.

Die Europäische Zentralbank (EZB) wartet derzeit ab, wie ihre jüngsten Beschlüsse wirken. Nächsten Donnerstag wird die neue Präsidentin, Christine Lagarde, auf der Pressekonferenz nach der Sitzung des EZB-Rats wohl klarmachen, dass sich Wirtschaft und Inflation in der Eurozone so entwickeln wie von den Währungshütern erwartet. Beobachter wie Ökonom Michael Schubert von der Commerzbank rechnen erst im Januar damit, dass die Euronotenbanker offiziell damit beginnen werden, ihre Strategie zu überprüfen. So hatte es Lagarde Anfang dieser Woche signalisiert.

Noch ist unklar, ob dabei nur das Inflationsziel überprüft wird oder auch Fragen wie die Nebenwirkungen des Negativzinses auf Bankeinlagen und Anleihekäufe sowie der Kampf gegen den Klimawandel einfliessen werden. Obwohl die EZB wie in der Schweiz die Kontogebühren für die Geschäftsbanken über Freibeträge ­gesenkt hatte, mehren sich derzeit Medienberichte, wonach Geldinstitute in Deutschland verstärkt negative Zinsen auf Kundeneinlagen einführen. Selbst Italiens Notenbankgouverneur Ignazio Visco kritisierte zuletzt die Negativzinsen, als er sagte, sie würden wenig bewirken und möglicherweise schädliche Nebenwirkungen auf das Finanzsystem haben.

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