Märkte / Makro

Die EZB wird eine zweite Eurokrise verhindern

Noch bleiben sie bewusst vage, aber zur Not stehen die Währungshüter der Europäischen Zentralbank bereit, einen zu starken Zinsanstieg in einigen Ländern zu verhindern.

Die Zinswende im Euroraum ist in dieser Woche noch einmal näher gerückt. Mit klaren Aussagen hat die Chefin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, die Anleger vorbereitet: Die Notenbank dürfte in zwei Schritten im Juli und September den Leitzins (auf Einlagen der Banken) von –0,50% auf mindestens 0% anheben, wie sie in einem Blogbeitrag schreibt.

Die Währungshüter werden damit im Sommer nicht nur die Negativzinsperiode beenden, sondern je nach Inflationsausblick die Zinsen auch noch darüber hinaus anheben, schreibt Lagarde. An den Anleihenmärkten ist ein Grossteil der erwartenden Zinserhöhungen in den Renditen allerdings bereits vorweggenommen. So liegt der einjährige Zinssatz, den Investoren in neun Jahren erwarten, bereits bei rund 2%.

Pandemieschulden beunruhigen

Doch gerade am Anleihenmarkt kommen immer wieder Sorgen auf, die schon längst vergessen schienen. Die Furcht geht um, dass die Zinskosten für einzelne Regierungen zu schnell steigen könnten. Grund sind die in der Pandemie nochmals gewachsenen Staatsschulden einiger Länder. Wie in der Eurokrise vor gut zehn Jahren könnten Anleger einige Länder erneut fluchtartig verlassen, so die Sorge.

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