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Die Finalisten des «Swiss FinTech Award»

Advanon, Knip, Qumram oder Sentifi – eines dieser Start-ups wird Ende März als überzeugendste Schweizer Fintech-Lösung ausgezeichnet.

Wenn global von Finanztechnologie (Fintech) die Rede ist, fallen Namen wie London, Singapur oder Silicon Valley. Die Schweiz taucht auf der Fintech-Weltkarte höchsten schemenhaft auf. Dabei wäre das Land als einer der bedeutendsten Finanzplätze und angesichts einer lebhaften Start-up-Szene prädestiniert für die Rolle als globaler Fintech-Hub. Um diese Entwicklung voranzutreiben, hat das Finanz und Wirtschaft Forum den «Swiss FinTech Award» (www.swissfintechaward.ch) ins Leben gerufen.

In den vergangenen Wochen wurde das stärkste Schweizer Fintech-Ökosystem mit internationaler Vernetzung aufgebaut. Dieses Netzwerk aus zahlreichen schlagkräftigen Partnerorganisationen und
Experten verleiht nun am 31. März 2016 den «Swiss FinTech Award» für die überzeugendste Schweizer Lösung im Bereich der Finanztechnologie.

Die Themen der Zukunft

Während des Award-Programms profitierten die besten Wettbewerber vom Fintech Boot Camp von Accenture (ACN 152.5 0.55%) und von Networking-Möglichkeiten mit Experten und Investoren aus der Jury und dem Finanzsektor. Von ursprünglich 60 Bewerbern wurden zehn in die engere Auswahl genommen, die sich nochmals einzeln und persönlich der Jury präsentieren konnten. Vier Start-ups gingen am Ende aus diesem Prozess hervor.

Am 31. März findet die  FuW-Veranstaltung «FinTech 2016 – Advance Finance Together»  im «Dolder Grand» in Zürich statt. Ein Event, an dem alle relevanten Akteure die zukunftsträchtigen Themen für die  ­Finanzbranche identifizieren werden. (Mehr Informationen unter: www.forum-executive.ch/fintech.)

Am Abend desselben Tages gehen die vier Finalisten in die Award Night, aus der nur einer als Sieger hervorgehen kann. Der erhält neben einem Preisgeld sowie hilfreichen Erfahrungen und Kontakten auch eine Wild Card zu «Accenture‘s FinTech Innovation Lab» in London. Im Folgenden stellt «Finanz und Wirtschaft» die vier Start-ups vor, die die Experten-Jury überzeugt haben.

Advanon

Treffen sich drei Jungs bei Google (GOOGL 1050.7775 2.45%) in Dublin. So fängt kein Witz an, sondern die Geschichte des Zürcher Unternehmens Advanon. Die 2015 von Philip Kornmann, Phil Lojacono und Stijn Pieper gegründete Onlineplattform bietet KMU die Möglichkeit, offene Rechnungen von Investoren finanzieren zu lassen. Lange Wartezeiten fallen dadurch weg.

Advanon kennt dabei keine Minimalfinanzierungsbeträge, und die Kosten sind transparent. «Das Start-up ist sehr fokussiert und deckt klar ein Marktbedürfnis ab», sagt Jury-Mitglied George Schmidt vom Beratungsunternehmen Accenture.

Knip

Unter den vier Finalisten ist Knip das grösste und bekannteste Start-up. Gegründet von Christina Kehl und Dennis Just, rüttelt der mobile Versicherungsbroker seit September 2013 dieses traditionelle Geschäft kräftig auf. Im Oktober vergangenen Jahres sicherte sich Knip mit 15 Mio. Fr. die grösste Finanzierung eines Schweizer Fintech-Unternehmens bisher. Knip beschäftigt inzwischen 100 Mitarbeiter in Zürich, Berlin und Belgrad. «Sie sind bereits erfolgreich im Geschäft und haben bewiesen, dass sie Geld bei Kapitalgebern aufnehmen können», sagt Schmidt.

Qumram

Früher zeichneten Unternehmen Telefongespräche auf, um ihre Kunden besser zu verstehen oder starteten aufwendige Befragungen. Heute finden die meisten Begegnungen zwischen Firmen und Verbrauchern aber online statt. Hier kommt Qumram ins Spiel. Die Big-Data-Plattform unter CEO Patrick Barnert wandelt archivierte Informationen in Erkenntnisse um. Mittels ihrer Software lassen sich aus dem Online-Verhalten des Kunden wertvolle Erkenntnisse für Unternehmen ziehen. «Ich bin erstaunt über die unternehmerische Reife dieses Start-ups», urteilt Jury-Mitglied Schmidt.

Sentifi

Das 2012 von Anders Bally gegründete Unternehmen ist wahrscheinlich der grösste Follower der Fintech-Szene. Mittels ausgeklügelter selbst lernender Software verfolgt Sentifi mehr als 1,3 Mio. Social-Media-Profile von Meinungsmachern und Medien. Das Unternehmen filtert den Lärm der Finanzmärkte und identifiziert die darin enthaltenen relevanten Themen – nicht nur die von heute, sondern auch die von morgen. «Sie wollen das Reuters oder Bloomberg der digitalen Welt werden», sagt Schmidt. So beeindruckte Sentifi die Jury, genau wie seine drei Kollegen.

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