Dossier-Bild Ein Artikel aus dem Dossier Versicherungspanorama
Unternehmen / Finanz

Die Flucht nach vorn

Die Schweizer Sachversicherer suchen intensiv nach einem besseren Zugang zu ihren Kunden. Dabei leben alte Ideen wieder auf, und Start-ups mit guten Kundenkontakten werden umworben.

Den Schweizer Versicherern geht es gut. Nur in Hongkong ist die Bevölkerung besser versichert, nirgendwo sind die Preise höher als hierzulande. Dennoch sitzt der Branche die Angst im Nacken. Man fürchtet den schnellen Aufstieg einer Insurtech-Firma, also eines Start-ups, das mit niedrigen Kosten und reibungslosen Prozessen den Markt aufrollen könnte. Auch der Einstieg ins Versicherungsgeschäft eines US-Technologiekonzerns könnte zu Verwerfungen führen.

Diese Ängste sind übertrieben, findet Heike Wiegand, Beraterin bei der KPMG: «Die hiesigen Versicherer müssen den Wettbewerb nicht übermässig fürchten», sagt sie. «Die Schweiz ist zudem klein und deshalb für bestimmte Spieler nicht attraktiv. Es heisst immer, Amazon, Facebook, Google und Apple seien eine Bedrohung – das ist hier aktuell nicht der Fall.» Doch auch wenn ihre Existenz in den kommenden Jahren nicht auf dem Spiel steht, herrscht Druck in der Branche. Der Schweizer Markt im Schadens- und Haftpflichtgeschäft ist gesättigt und wächst seit Jahren nur langsam.Trotzdem will zum Beispiel die Baloise in ihrem laufenden Strategiezyklus 1 Mio. Kunden dazugewinnen; das entspricht einem Plus von 30%. Auch wenn nur ein Teil aus der Schweiz kommt – ohne Verdrängungskampf ist solches Wachstum nicht möglich. Die Versicherer setzen den Hebel dabei bei den sogenannten Ökosystemen an. Scheinbar unablässig geben sie neue Kooperationen und Investitionen bekannt, von kleinen Start-ups bis hin zu grossen Konzernen.

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