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Die Furcht vorm Gaslieferstopp in der EU schwindet

Russland fordert die Bezahlung für sein Gas in Rubel. Doch die Importeure aus der EU wollen weiterhin in Euro oder Dollar bezahlen.

Die Europäische Union hat einen pragmatischen Kompromiss gefunden, wonach die Importeure russischen Gases ihre Rechnungen künftig indirekt in Rubel bezahlen. Am Wochenende hat die EU-Kommission den Mitgliedländern Richtlinien vorgelegt, die mit den Sanktionen gegen Russland im Einklang stehen sollen.

Der europäische Gaspreis (Dutch TTF) reagiert diese Woche mit leichten Abschlägen auf die neue Klarheit, nachdem zuvor immer wieder Bedenken aus Brüssel zu hören waren. Die Lösung dürfe für viele EU-Länder wichtig sein, fürchten sie doch einen Stopp der Lieferungen aus Russland, der anders als bei Öl und Kohle offenbar nur schwer zu verkraften wäre.

Für Brüssel zählt die Vertragswährung

Grundsätzlich dürfen die Abnehmer des russischen Gases, wie vom Kreml gefordert, gemäss den EU-Richtlinien zwei Konten bei der Gazprombank halten: eins in Euro oder Dollar und eins in Rubel. Die Gazprombank, die auch in der Schweiz eine Tochtergesellschaft besitzt, ist nicht von den westlichen Sanktionen gegen das russische Finanzsystem betroffen, da die EU Energielieferungen bisher nicht sanktioniert und die Abhängigkeit von Russland nur schrittweise reduzieren will.

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