Märkte / Makro

Die Getreidekrise verschärft sich

Der Wandel zu nachhaltigeren Lebensmittelsystemen wird durch die momentane Krise verlangsamt.

 

Brot, Pasta und Guetzli werden teurer: Weizen-Futures in Chicago und Paris haben dieses Jahr 50% zugelegt. Ein Scheffel (27,2 kg) kostete erstmals mehr als 13 $. Mehrere Faktoren sind schuld am Preisanstieg. Der Krieg schneidet die ukrainischen Bauern vom Weltmarkt ab. 2021 waren sie noch der viertgrösste Exporteur. Dieses Jahr werden sie ein Drittel weniger ernten, schätzt das US-Landwirtschaftsministerium (USDA). Wie viel sie davon exportieren können, mit blockierten Häfen und zu wenigen Silos zur Lagerung, steht in den Sternen.

Russland ist der grösste Weizenexporteur und führt etwa so viel aus wie die gesamte EU. Obwohl die Fracht- und Versicherungstarife in die Höhe geschossen sind, verschifft Russland weiterhin Weizen. Das Volumen sank nur zu Beginn des Kriegs. Gemäss dem Datenanbieter Logistic OS waren die russischen Weizenexporte im April gar dreimal so hoch wie im Jahr zuvor. Abnehmer sind primär Staaten im Nahen Osten und Nordafrika, die keine Sanktionen ergriffen haben. Russische Unternehmen wie RIF und Aston handeln die grössten Mengen, aber auch internationale Rohstoffhändler wie Viterra, Cargill und Louis Dreyfus bleiben aktiv.

Extreme Wetterbedingungen

Weizen wächst in verschiedenen Längen- und Breitengraden. Normalerweise kann ein Ausfall deshalb kompensiert werden. Doch dieses Jahr sind Russland und die Ukraine die einzigen, die mit gutem Wetter gesegnet sind. In praktisch allen anderen Anbauregionen macht das Wetter den Bauern das Leben schwer. In Frankreich, dem grössten Anbauland der EU, schossen die Temperaturen zu früh nach oben.

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