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Die Gewinner der Swiss FinTech Awards

Die Start-ups Apiax und Crypto Finance wurden als beste Schweizer Fintech-Lösungen ausgezeichnet. Alt-Bundesrat Johann Schneider-Ammann ist der Influencer of the Year.

Valentin Ade

Zum vierten Mal wurden am Donnerstagabend die Swiss FinTech Awards im Dolder Grand in Zürich verliehen. In der Kategorie Early Stage setzte sich Apiax gegen Traxia durch. In der Kategorie Growth Stage gewann Crypto Finance vor Sonect.

Der Preis für das Early Stage Start-up ist zusätzlich mit 18’000 Fr. dotiert. Die Awards wurden von einer Jury aus Investoren, Unternehmen, Forschern, Finanz- und Fintech-Experten vergeben.

In der dritten Kategorie, Fintech Influencer of the Year, für eine Person oder eine Institution, die die Fintech-Szene im vergangenen Jahr positiv geprägt hat, wurde Alt-Bundesrat Johann Schneider-Ammann ausgezeichnet.

Apiax

«Schätzungsweise arbeitet rund die Hälfte der Beschäftigten in der Finanzindustrie rund um regulatorische Aufgabenstellungen», sagt Nicolas Blanchard, Marketing- und Finanzchef von Apiax. Das Start-up aus dem Bereich Regtech schafft hier Abhilfe. Es entwickelt eine Plattform, die es Anwälten und Regulierungsexperten erlaubt, Vorschriften und Richtlinien in umsetzbare, maschinenlesbare Regeln zu verwandeln.

Diese können via Schnittstelle in jedwede digitale Anwendung oder einen Prozess integriert werden, um mit der schnelllebigen Welt der internationalen Finanzvorschriften mithalten zu können. Apiax konnte bereits erfolgreich Kunden in der Schweiz gewinnen, als Investor ist unter anderen Ex-UBS-Präsident Peter Kurer mit eingestiegen. Jetzt steht die Expansion ins Ausland auf der Agenda.

Crypto Finance

Crypto Finance ist das erste Krypto-Start-up in der Schweiz, das von der Finanzmarktaufsicht eine Lizenz erhalten hat. «Als wir uns dafür beworben haben, haben uns viele Leute gesagt: Vergesst es, das schafft ihr nicht», sagt Jan Brzezek, CEO von Crypto Finance. In weniger als einem Jahr hatte das Unternehmen die Lizenz. Heute ist es ein Asset-Manager, Lieferant von Kryptoanlageprodukten, Broker und Händler von Kryptowertanlagen für Finanzdienstleister und professionelle Investoren.

Crypto Finance ist zum Auslagerungsdienstleister für Banken in der Welt der Kryptoanlagen geworden. Zuletzt stellt sie auch eine sichere Speicherlösung für digitale Vermögenswerte zur Verfügung. Und das Start-up hat prominente Unterstützer angezogen. So sitzt Raymond Bär, Ex-Präsident der Bank Julius Bär (BAER 42.89 1.85%), im Verwaltungsrat, und Hedge-Funds-Legende Rainer-Marc Frey zählt zu den Investoren.

Johann Schneider-Ammann

Selten werden Politiker mit einem Preis ausgezeichnet. Dieser Alt-Bundesrat hat ihn sich verdient. Johann Schneider-Ammann hat in seiner Zeit als Wirtschaftsminister der Digitalisierung absolute Priorität eingeräumt. Stets suchte er dabei den Dialog auch mit der jungen Fintech-Szene, hatte ein offenes Ohr für ihre Probleme und schuf Abhilfe.

Durch seine Initiative kam unter anderem die Swiss Entrepreneurs Foundation zustande, unter deren Dach UBS (UBSG 12.055 0.88%) und Credit Suisse (CSGN 12.395 1.97%) 500 Mio. Fr. in Schweizer Start-ups investieren. Schneider-Ammann ist auch nach dem Ausscheiden aus dem Amt Ehrenpräsident der Stiftung.

Während seiner Amtszeit wurden die Vorschriften für Fintech-Start-ups gelockert, unter anderem eine sogenannte Banklizenz «light» eigenführt. Der Bundesrat richtete eine Blockchain-Arbeitsgruppe ein, und Schneider-Ammann rief die Schweiz gar zur Blockchain-Nation aus. Sein Credo war stets: Es ist Aufgabe der Politik, ideale Rahmenbedingungen zu schaffen, damit sich Jungunternehmen positiv entwickeln können.

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