Märkte / Aktien

Gewinnrezession ist wahrscheinlicher, als die Analysten denken

Die Unternehmensgewinne schrumpfen öfter, als die Gesamtwirtschaft dies tut. Steigende Inputkosten setzen die Ergebnisse weiterhin unter Druck.

Was Aktienanleger am meisten fürchten, ist nicht ein kleiner Rückgang des Bruttoinlandprodukts (BIP), sondern eine Gewinnrezession. Davon spricht man, wenn die Unternehmensgewinne landesweit zwei Quartale in Folge unter dem Niveau des Vorjahresquartals ­liegen.

Solche Gewinnrezessionen sind häu­figer als Phasen, in denen die Gesamtwirtschaft schrumpft. In den USA gab es – gemessen am Gewinn nach Steuern – gemäss dem amerikanischen Handelsministerium seit 1948 neunzehn solche Rezessionen. Auf Basis der realen Gewinnentwicklung, also ­bereinigt um die Inflation, waren es gar 22.

Die letzte Gewinnrezession datiert auf die Coronakrise Anfang 2020, als die Wirtschaft im Lockdown den schärfsten Einbruch seit der Finanzkrise 2008/09 erfuhr. Eine milde Gewinnrezession wurde auch im Jahr 2019 registriert, als die Industrie die Folgen des Handelskonflikts zwischen den USA und China zu spüren bekam.

Nachlassende Dynamik

Während die US-Wirtschaft im ersten Halbjahr 2022 eine technische Rezession erlebte, bleiben die Unternehmen von diesem Rücksetzer nach der starken Erholung des vergangenen Jahres weitgehend verschont. Nach dem Post-Covid-Schub beginnt sich das Wachstum der Unternehmensgewinne lediglich langsam zu normalisieren.

Der ganze Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Abonnieren Bereits abonniert?