Märkte / Aktien

«Die Gewinnschätzungen müssen revidiert werden»

Matthias Geissbühler, Chief Investment Officer der Raiffeisen-Gruppe, geht davon aus, dass die Gewinnerwartungen für 2019 und 2020 weiterhin zu optimistisch sind.

Herr Geissbühler, die globalen Aktienmärkte haben im vergangenen Monat deutlich an Boden verloren. Was hat Ihrer Meinung nach die Schwäche ausgelöst?
Zur Erklärung der Korrektur wurden diverse Faktoren beigezogen: vom globalen Handelskonflikt, über den EU-Budgetstreit mit Italien bis hin zum Brexit. Wir sind der Meinung – gerade wenn man das Timing betrachtet –, dass es vor allem dem Zinsanstieg der zehnjährigen US-Treasuries auf 3,2% zuzuschreiben ist. Das dürfte den Investoren klargemacht haben, dass die lange erwartete Zinswende nun endlich eingetroffen ist.

Wie wird es nun weitergehen?
Der geldpolitische Rückenwind, von dem die Finanzmärkte zehn Jahre lang profitiert haben, wird immer stärker abebben. Die US-Notenbank ist schon länger am Straffen, dort nimmt die Geldmenge bereits ab. Auch in Europa kann man davon ausgehen, dass die monetäre Lockerung per Jahresschluss zu Ende geht. Das wird dazu führen, dass an den Märkten die Volatilität und die Nervosität zunehmen.

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