Venezuela ist das reichste Land der Erde. Wenigstens was die  Rohölreserven betrifft: Sie werden auf 301 Mrd. Fass (Barrel, 159 Liter) berechnet. Dass die «bolivarische» Republik tatsächlich mausarm ist, hat damit zu tun, dass der Sozialismus auch dort gescheitert ist – wie überall und immer, wo Land und Leute solche Experimente über sich ergehen lassen mussten oder müssen. Im auch nicht nachahmenswert, doch ökonomisch rationaler regierten Königreich Saudi-Arabien macht das Regime viel mehr (Dollar) aus dem Öl; die Reserven sind mit 267 Mrd. Barrel die zweithöchsten. Die Saudis sind eine, wenn nicht die preisbestimmende Kraft auf dem weltweiten Ölmarkt. Dass sich Kanada und die USA auf den Rängen drei bzw. elf finden, ist für Nordamerika ein geostrategisches Geschenk von Mutter Natur. Allerdings betragen die Produktionskosten für ein Fass Öl in Saudi-Arabien weit weniger als diejenigen für (Schiefer-)Öl in den USA oder Kanada. Auch Iran, gemessen an den Reserven auf Platz vier, kann kostengünstig produzieren, doch die Islamische Republik, deren Machtgehabe und Nuklearstrategie politisch isolierend und daher wirtschaftlich bremsend wirken, profitiert derzeit nur begrenzt davon. Chinas Initiative Belt and Road, der Aufbau von Land- und Seekorridoren, spiegelt auch ein Stück weit die gemessen an der Grösse des Landes und der Wirtschaft geringe Verfügbarkeit von Öl.