Märkte / Makro

«Die hohe Geldmenge bringt keine Inflation»

Yves Bonzon, CIO von Bank Julius Bär, über die Lohn-Preis-Spirale, die Preissetzungsmacht der Schweizer Autohändler und einen Fehler der US-Notenbank.

Die amerikanische Notenbank werde die Geldpolitik ein bisschen zu stark ­straffen, worauf der Aktienmarkt 25% falle, prognostiziert Yves Bonzon, Anlagechef von Bank Julius Bär. Inflationsdruck komme von der Energiewende und dem Bremsmanöver der Autohersteller, nicht aber von der riesigen ­Geldmenge und auch nicht von der Nachfrage: «Zu behaupten, die Leute gäben Geld aus wie nie und das sei ein inflationärer Nachfrageschock, ist ein Witz.»

Herr Bonzon, Anleger sorgen sich um die Inflation und eine restriktive Geldpolitik der Notenbanken. Was kommt auf uns zu?
Im Zeitalter der künstlichen Intelligenz, des maschinellen Lernens und all der fortgeschrittenen Technologie und Wissenschaft verwendet das Fachgebiet der Ökonomie immer noch primitive Instrumente, um zu analysieren, was vor sich geht. Das ist schockierend. Zwar ist die Angelegenheit komplex. Aber die Wirtschaftsanalyse befindet sich in der Steinzeit. Dies vorweg zum Kontext.

Der ganze Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Abonnieren Bereits abonniert?

Leser-Kommentare

Die Kommentarfunktion ist deaktiviert.
oliver schmid 27.01.2022 - 17:34
Wieso fragen Sie nicht mal einen CEO von ABB, Rieter, Autoneum etc. zu Inflation? Die Inflation kommt von Preisen der Güter und nicht von den Banken, welche im Zins- und Kommissionsgeschäft Geld verdienen. Dieser Banker spricht von Steinzeit-Ökonomik, weil die Herleitungen aus der Vergangenheit stammen. Man könnte aber gerade so gut sagen, die Analysten der Banken sind stehen geblieben (Steinzeit).… Weiterlesen »