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Die Hypi ist gut drauf

Analyse | Die Regionalbank steigert den Ertrag und erhöht die Dividende.

Die Hypothekarbank Lenzburg (HBLN 4'100.00 +0.00%) macht vieles richtig. Die Abhängigkeit vom ertragsarmen Zinsgeschäft konnte die Aargauer Regionalbank im Geschäftsjahr 2021 weiter reduzieren – insbesondere dank B2B-Dienstleistungen im IT-Bereich, die in den letzten Jahren zu ihrem Markenzeichen geworden sind. Daneben profitierte die Hypi von der dynamischen Wirtschaftsentwicklung nach dem Coronaeinbruch.

So wurde der Ertrag um knapp 7% auf rund 91 Mio. Fr. gesteigert, wobei der Gewinn unter dem Strich nur 1% auf 18 Mio. Fr. zulegte. Nach Abzug der freiwilligen Reserve belasteten Sonderkosten wegen des Wechsels zu einem neuen Anbieter von Bankkartendatenverarbeitung. Dennoch wird die Dividende leicht erhöht, von 110 auf 115 Fr., was die Hypi-Aktien mit 2,7% rentieren lässt. Wegen des eingeschränkten Kurspotenzials trägt das aber wenig zur Attraktivität der Papiere bei.

Auch Technologieanbieterin

Das ist schade, denn das Institut ist im Vergleich zu anderen Regionalbanken dynamisch unterwegs. Besonders der «übrige ordentliche Erfolg», der die Einnahmen aus dem IT-Angebot Finstar für Banken umfasst, vergrösserte sich um fast ein Viertel auf 13,8 Mio. Fr. Es müsste dieses Jahr das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft (Ertrag 2021: 15,8 Mio. Fr.)  als zweitgrösste Einnahmequelle ablösen.

Finstar hat sich für kleinere Banken und Fintechs als attraktive IT-Plattform etabliert und konnte mit der Spar- und Leihkasse Gürbetal (BE) und der Caisse d’Epargne Riviera (VD) 2021 zwei weitere Migrationen abschliessen. Auch die Berner Kantonalbank nutzt für ihren Marktplatz für digitale Assets die Blockchain-Module der Finstar-Plattform. CEO Marianne Wildi will die Hypi nicht nur als Bank, sondern als Technologieanbieterin ausbauen – das wird auch in der neu verabschiedeten Strategie 2022 bis 2026 so vorgegeben.

Verhalten optimistisch

Überhaupt soll die Abhängigkeit vom Zinsdifferenzgeschäft auch weiterhin verringert werden, denn es erweist sich wegen des anhaltenden Niedrigzinsumfelds als überaus anspruchsvoll – die Zinsmarge hat sich 2021 weiter eingeengt. Wobei das Geschäft mit Hypotheken und Krediten mit einem Ertrag von knapp 58 Mio. Fr. das mit Abstand grösste ist. Mit einem Plus von 2% wuchs dieser trotz höheren Volumen bescheiden. Ein Kniff half, den rückläufigen Zinsertrag zu kompensieren: Dank der Aufnahme von Geldern von Drittbanken zu Negativzinsen konnte der Zinsaufwand reduziert werden.

Zusätzlich hilfreich war, dass Covid-bedingte Rückstellungen aufgelöst werden konnten. Und die Unternehmen haben ihre Covid-Kredite teils vollumfänglich zurückgezahlt. Für 2022 gibt sich die Hypi «verhalten optimistisch». Im Zinsgeschäft dürfte es weiterlaufen wie bisher, im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft soll der Ertrag weiter steigen. Das ist erfreulich, genügt aber nicht, um den wenig liquiden Aktien nachhaltig Impulse zu geben.

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