Unternehmen / Industrie

Industrie profitiert nach Restrukturierung doppelt

Die Lage der Unternehmen hat sich 2017 verbessert. Die nach dem Frankenschock getroffenen Massnahmen wirken. Zudem hilft die Kräftigung von Konjunktur und Währung in der Eurozone.

Mitte Januar 2015, die Redaktionssitzung nähert sich dem Ende, die Samstagausgabe der FuW ist in groben Zügen aufgegleist. Doch von einem Moment auf den anderen ist die Planung über den Haufen geworfen: «Die SNB hat den Euro-Franken-Kurs freigegeben», schallt es durch den Raum. Ebenso überrumpelt vom Entscheid der Nationalbank wurden die Unternehmen. Für sie hatte er ungleich dramatischere Folgen: Auf einen Schlag waren ihre Produkte im Euroraum 20% teurer geworden, hatte sich ihre Wettbewerbssituation markant verschlechtert.

Heute, drei Jahren später, ist klar: Über alles gesehen, ist die befürchtete Katastrophe ausgeblieben. «Die meisten Firmen, die das Stahlbad überlebt haben, stehen heute gestärkt da», sagt Valentin Vogt, Präsident des Arbeitgeberverbands. Die Unternehmen mussten rasch reagieren, um die Margeneinbusse aufzufangen und wettbewerbsfähig zu bleiben. Selbst gut positionierte wie der Industriezulieferer SFS kamen nicht ungeschoren davon, trotz längerer Arbeitszeit, Einstellungsstopp, weniger Ferienanspruch, vermehrtem Einkauf im Euroraum und Verlagerung der Herstellung von Produkten mit niedrigem Innovationsgehalt ins Ausland: Sein Gewinn brach im ersten Halbjahr 2015 ein Drittel ein. Dann begannen die Massnahmen sukzessive zu greifen. 2016 nahm die Wertschöpfung je Mitarbeiter 16% zu, im vergangenen Jahr erreichte die Marge ein Rekordniveau.

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