Märkte / Anleihen

Die Inflation ist jetzt die Hauptsorge der EZB

Die Teuerung im Euroraum sei auch durch Nachfrage getrieben, heisst es bei der Europäischen Zentralbank. Dies eröffnet den Währungshütern grösseren Spielraum im Kampf gegen die Inflation.

Die Eurowährungshüter bleiben trotz der Wachstumssorgen infolge des Ukrainekriegs auf Kurs, ihre Geldpolitik schneller zu normalisieren. Das heisst, sie werden die Anleihenkäufe auslaufen lassen und höchstwahrscheinlich noch in diesem Jahr ihren Leitzins erhöhen. Dies geht aus den jüngsten Äusserungen führender Notenbanker im Euroraum sowie aus der Zusammenfassung der jüngsten Sitzung von März hervor.

Beobachter weisen darauf hin, dass in der Sprache der Notenbanker der Europäischen Zentralbank (EZB) ein Ende der Anleihenkäufe und eine Anhebung des Einlagensatzes von derzeit –0,5 auf 0% zunächst eine Normalisierung der Geldpolitik bedeuten würde. Eine längere Periode mit steigenden Zinsen, also eine regelrechte Straffung, komme derzeit aber noch nicht infrage.

Leitzinserhöhungen vorweggenommen

Die Anleger an den Geldmärkten haben sich allerdings bereits entsprechend positioniert. Aus Terminkursen geht hervor, dass sie bereits für Juli eine Zinserhöhung der EZB um 0,1 Prozentpunkte auf –0,4% vorwegnehmen. Ende 2022 würde der EZB-Rat demnach wieder einen positiven Satz auf Einlagen der Banken – aktuell der wichtigste EZB-Leitzins – zahlen und im Herbst 2023 sogar mehr als 1%.

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