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Die Liquidität trocknet aus


Die Liquidität trocknet aus

Rohstoffe hätten eine Warnfunktion wie ­Kanarienvögel in der Kohlemine, meinen Beobachter von BofA Merrill Lynch – sie ­fallen zuerst, wenn giftiges Gas austritt (vgl. Seite 19).
Damit wird nicht auf die Kraft der Konjunkturvorhersage, sondern auf die extreme Abhängigkeit von billiger ­Liquidität verwiesen – wie sie auch bei Hochzinsanleihen oder Schwellenländeraktien zu beobachten ist.
Die Erwartung höherer US-Zinsen und ein stärkerer Dollar machen die Investition unattraktiv.

Und tatsächlich flüchten die Finanzanleger, wie etwa Hedge Funds, aus Rohstoffen. Die spekulativen Long-Positionen an den Terminbörsen sinken nun parallel zu den Rohstoffpreisen (vgl. Grafik). Dadurch beschleunigen sie die Abwärtsspirale. Und im September wurden über 1 Mrd. $ aus börsengehandelten Fonds (ETF) abgezogen. Das ist der grösste Abfluss seit Dezember. Auch die Fondsmanager sind pessimistisch: Im September ist laut einer Umfrage ihre ­Allokation auf Rohstoffe stark gefallen.

Dass nun alle auf sinkende Rohstoffkurse setzen, sei ein Kontraindikator, meinen Commerzbank-Analysten. Die rekordhohen Short-Positionen am Ölmarkt würden eine Preiserholung beschleunigen. Denn bei höheren Preisen müssen die Positionen durch Nachkäufe geschlossen werden.

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