Märkte / Aktien

Die Londoner Börse trotzt der globalen Baisse

Die vielen Rohstoff- und Finanztitel geben dem britischen Aktienmarkt Stabilität. Die Bewertungen sind immer noch günstig.

Hohe Inflation, steigende Hypozinsen und eine zerstrittene Regierung. Es gibt derzeit vieles, worüber sich Briten und Britinnen beklagen könnten. Die lokale Börse gehört nicht dazu. Während die Kurse praktisch überall sonst in den Keller rasseln, halten sich die Verluste in London in Grenzen. Der Aktienindex FTSE 100, dessen Unternehmen immerhin fast 30% des Umsatzes im Königreich erzielen, hat dieses Jahr nur 5% verloren. Der Rückstand aus den zwei Jahren zuvor ist dadurch wettgemacht.

Die relative Stabilität hat die britische Börse dem Branchenmix zu verdanken. Der FTSE 100 und der UK-Index von MSCI sind voller Substanzwerte. Nicht nur die Banken und Versicherungen sind übervertreten, auch überdurchschnittlich viele globale Rohstoff- und Energiekonzerne sind in London kotiert. Zusammen machen diese Value-Sektoren mit niedrigen Bewertungen fast 30% des Index aus. Mit AstraZeneca und GlaxoSmithKline sind zudem auch noch zwei Pharmariesen unter den Top Ten in puncto Börsen­kapitalisierung.

Vorteilhafter Branchenmix

Was dem britischen Markt lange ein Klotz am Bein war, sorgt nun für eine spektakuläre Outperformance. Die Rohstoffkonzerne profitieren von den hohen Weltmarktpreisen und die Banken von besseren Zinsmargen. Nach fünf Zinserhöhungen seit Dezember liegt der Leitzins der Bank of England unterdessen bei 1,25%.

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