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Die neue Frau an der Spitze der EZB

Christine Lagarde soll Präsidentin der Europäischen Zentralbank werden. Das EZB-Führungsgremium würde sich damit noch mehr von der technischen in die politische Sphäre verschieben.

Die Würfel sind gefallen: Christine Lagarde soll Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) werden. Das hat Luxemburgs Ministerpräsident Xavier Bettel am Dienstagabend getweetet. Ihr Name war jeweils auf den Listen potenzieller Nachfolger für Mario Draghi aufgetaucht, aber nicht an vorderster Stelle. Grund dafür war die Vermutung, dass nach Italien nun jemand aus dem zentralen oder dem nördlichen Europa den Posten übernehmen wird. Zudem hatten die drei bisherigen EZB-Präsidenten vor ihrer Amtsübernahme allesamt als Notenbankchefs gewaltet.

Lagarde hingegen hat sich während ihrer Amtszeit als Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) eher mit realpolitischen Problemen denn mit der Geldpolitik befasst. Seit ihrer Amtsübernahme 2011 überwachte sie unter anderem die Notkredite an die Krisenstaaten in der Eurozone. Als 2015 das dritte Rettungspaket für Griechenland geschnürt wurde, beteiligte sich der IWF nicht mehr daran, da die Eurostaaten die Forderung Lagardes nicht unterstützten, Griechenland müsse ein weiterer Schuldenschnitt gewährt werden.

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