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Anfang dieses Jahres wurde die erste direkte Güterzugverbindung von China nach London eröffnet. Die Fracht braucht für die rund 12 000 km achtzehn Tage. Wegen unterschiedlicher Spurbreiten müssen die Container umgeladen werden. Trotz aller Umständlichkeit: Das neue Angebot ist eine Alternative zur billigen, aber langsamen Seefracht bzw. zum schnellen, jedoch teuren Transport im Flugzeug. Die chinesische Regierung verfolgt das Projekt «One Belt, One Road», auch «Neue Seidenstrasse» genannt: den Aufbau eines Infrastrukturnetzes zwischen Europa und China, zu Land, zu Wasser, zur Luft und via Pipeline. Die – stark vereinfachende – Darstellung zeigt Kernstücke dieser Korridore zwischen den Wirtschaftsräumen China und Europa (Peking richtet auch in Afrika, im Pazifik und in Lateinamerika Linien zu Absatz- und Beschaffungsmärkten ein). Der Blick auf die Karte zeigt, wie wichtig Chinas Westen für diese Strategie ist: Die Region Sinkiang, mit der Hauptstadt Urumqi, bewohnt von islamischen Turkvölkern, grenzt an Zentral- und Südasien. Die Oasenstadt Kashgar war schon in der historischen Seidenstrasse, vor über 2000 Jahren, ein Umschlagplatz. Sinkiang, auch Ostturkestan oder Uiguristan genannt, ist Chinas Tor zu Zentral- und Südasien. Das mag erklären – wenngleich nicht entschuldigen –, weshalb Peking diese Region derart rabiat regiert und zügig mit Han-Chinesen kolonisiert.