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Die Person: Rudolf Hauser

Mit Beharrlichkeit zum Erfolg.

Landmaschinen prägen schon die Kindheit von Rudolf Hauser. Auf dem Sonntagsspaziergang geht’s jeweils vom Familiendomizil zum unweit gelegenen Firmengelände der Bucher-Guyer, die sein Vater führt. Dort kann nach Herzenslust mit den «Maschineli» gespielt werden. Später absolviert er Praktika und schliesst ein Maschinen- und ein Betriebsingenieurstudium ab. Damit ist für den 1937 Geborenen eine Karriere im Familienbetrieb vorgespurt.

Hauser wird vom Vater an den deutschen Standort Griessen geschickt, den er ab 1961 führt. Die Brüder Thomas und Hans nehmen in dieser Zeit ebenfalls leitende Stellungen im Unternehmen ein.

Nach des Vaters Tod 1967 wird Rudolf Delegierter des Verwaltungsrats der Bucher-Guyer und damit faktisch oberster operativer Chef. Dies bleibt er bis Ende 2001.

Danach präsidiert er bis zu seinem siebzigsten Geburtstag 2007 den Verwaltungsrat. Unter Hausers Leitung wird Bucher (BUCN 342.60 +2.39%) zum Milliardenkonzern und Weltmarktführer in traktorgetriebener Landtechnik, bei Strassenkehrmaschinen, Fruchtsaftanlagen und Glasbehältermaschinen.

Hauser initiiert 1975 auch die erste Obligationenanleihe und 1986 den Börsengang. Danach folgen gewichtige Akquisitionen in Europa, später den USA und Brasilien. Das alles passiert nach und nach und geradlinig. Geradlinig, sachlich, beharrlich, gar etwas trocken wirkt auch Rudolf Hauser selbst. Er ist keiner, der Firmenmodetrends hinterherrennt, vielmehr folgt er Grundsätzen, die teils schon seine Vorgänger intuitiv beherzigt haben, die unter seiner Leitung aber institutionalisiert werden: dezentrale Führung sowie enger Fokus und Marktführerschaft innerhalb der Geschäftsfelder.

Die Kotierung wirkt in der Entwicklung des Unternehmens als zusätzliches Korrektiv: «Wir waren gezwungen, auch Misserfolge öffentlich zu begründen», erklärt er im Gespräch. Und Kosten sind immer ein Thema. «Betriebswirtschaft ist eines meiner Hobbys», sagt Hauser. Dass bei Bucher immer genau gerechnet wird und Rentabilität hohe Priorität geniesst, bekommt dem Unternehmen über die Jahre gut.

Misserfolge gib es freilich auch – etwa das Geländefahrzeug Duro, das ausserhalb der Schweiz seinen Markt nicht findet –, doch sie sind immer verkraftbar. In der Zeit mit Rudolf Hauser an der Spitze steigert Bucher Industries den Umsatz von unter 200 Mio. auf mehr als 2 Mrd. Fr. Heute präsidiert Hauser den Familienaktionärspool, der eine 35%-Beteiligung am Unternehmen hält. Eine seiner Töchter und der Sohn eines Bruders vertreten die Familie im Verwaltungsrat.