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Unternehmen / Schweiz

Die Politik muss die Fintech-Weichen stellen

Die Schweiz bietet bereits viele Standortvorteile, doch damit sie ein globales Zentrum der Finanztechnologie wird, muss noch einiges passieren.
Ende des Jahres soll der grosse politische Wurf kommen. Der Bundesrat will neue Gesetzesvorhaben für die Finanztechnologie-Branche (Fintech) in die Vernehmlassung schicken. «Wir werden damit bei der Fintech-Regulierung globaler Spitzenreiter», sagte ein Mitarbeiter der Bundesverwaltung und Teilnehmer des «Finanz und Wirtschaft Forum Fintech 2016» am Donnerstag im Papiersaal, Sihlcity. Eingeführt werden sollen nicht nur die «Bankenlizenz light» und ein regulierungsfreier Raum für Fintech-Start-ups. Viele dieser Jungunternehmen sollen komplett von der Bankengesetzgebung ausgenommen werden und nicht mehr unter die Aufsicht der Finma fallen.

Doch damit sei es noch lange nicht getan. Die steuerliche Situation der Fintech-Jungunternehmen soll nach dem Willen von Start-up-Vertreterin Christina Kehl sowie Nationalrätin Jacqueline Badran (SP, ZH) und Kantonsrat Alex Gantner (FDP, ZH) verbessert werden. Diese sei heute hinderlich für deren Entwicklung. Die Schweizer Politik unterscheide schlicht nicht genug zwischen kleinen, jungen und etablierten grossen Unternehmen, so Badran.

Lob erntete hingegen die Finanzmarktaufsicht, deren Strategiechef Rupert Schaefer am Forum teilnahm. Vor einem Jahr kündigten Schaefer und sein Chef Mark Branson an, sich aktiver mit dem Thema Fintech auseinanderzusetzen und offener für die Start-ups zu werden. Seit dem hat sich viel getan: Die Finma hat eine eigene Fintech-Sektion aufgebaut, weibelt beim Bundesrat für eine neue Gesetzgebung und hat mit der Monetary Authority of Singapore (MAS) eine Kooperationsvereinbarung geschlossen. Die Finanzaufsicht des südostasiatischen Stadtstaats gilt als einer der fortschrittlichsten im Bereich der Fintech-Regulierung.