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Die Profiteure des starken Dollars

Martin Lüscher und Eflamm Mordelle

Roche

Für die Pharmaunternehmen sind die USA der wichtigste Absatzmarkt. Roche (ROG 322.45 -2.63%) erwirtschaftet etwa 40% des Umsatzes in Nordamerika. Ein Fünftel erzielt der Konzern zudem in der Region Asien Pazifik. Der steigende Dollar hat demzufolge einen positiven Einfluss dank des Translationseffekts. Die Wirkung auf die Marge dürfte hingegen geringer sein. Die natürliche Absicherung beim Dollar ist hoch.

Der Pharmakonzern produziert primär dort, wo er die Produkte auch vertreibt. Auf 2014 bezogen beträgt der Unterschied zwischen den Verkäufen (41%) und dem betrieblichen Aufwand (38%) in Dollar nur 3 Prozentpunkte. In anderen Währungen ist er grösser. 18% der Betriebskosten fallen in Franken an, aber nur 2% des Umsatzes werden in der Schweiz generiert. Auf die Bilanzqualität hat die Währungsentwicklung einen geringen Einfluss. Roche geniesst ein herausragendes Rating.

 

UBS

Wie so oft müssen Banken genauer unter die Lupe genommen werden. Positiv ist der starke Dollar für die UBS (UBSG 11.07 -5.3%) auf der Umsatzebene. Die Grossbank rechnet für 2015 mit einem Umsatzanteil in Dollar von 61%. Die zweitwichtigste Währung ist der Franken mit einem Anteil von 17%, gefolgt vom Euro mit 10%. Wegen des hohen Kostenanteils in der Schweiz profitiert die Bank von einer Aufwertung des Dollars.

Gemäss UBS hätte eine Aufwertung des Dollars um 10% eine Steigerung des Gewinns vor Steuern von 10% zur Folge. Negativ wäre der Effekt hingegen auf der Kapitalseite. Fast die Hälfte der Verpflichtungen und etwa ein Viertel der risikogewichteten Aktiva sind in Dollar, weswegen sich die Kapitalquoten verschlechtern dürften.

 

Swatch Group

Die Uhrenhersteller Swatch Group (UHR 227.8 -3.11%) und Richemont (CFR 66.02 -4.07%) gelten als grosse Profiteure der Dollaraufwertung, wegen ihres hohen Umsatzanteils in Asien. Ausser China ist besonders Hongkong ein wichtiger Absatzmarkt. Die Währung in Hongkong ist direkt an den Dollar gekoppelt. Swatch Group macht gemäss einer Schätzung von Kepler die Hälfte des Umsatzes im Dollarraum und dürfte darum von einem Translationseffekt profitieren.

Dazu sollte sich ein positiver Transaktionseffekt gesellen. Nur ein Viertel der Kosten fällt in Dollar an. Der Kostenblock in Franken ist mit gut 40% deutlich gewichtiger. Wertet sich der Dollar gegenüber dem Franken weiter auf, ist das für den Uhrenhersteller nicht nur bei der Umrechnung des Umsatzes erfreulich, sondern steigert auch die Profitabilität. Zudem wird das Geschäft in den USA immer wichtiger.

 

Dufry

Der Reisedetailhändler erwirtschaftet nur etwa 5% des Umsatzes in Franken. Die Hälfte des Umsatzes wird gemäss Dufry (DUFN 73.44 -4.42%) in Dollar und ein Viertel in Euro erzielt. Geografisch verteilt sich das Geschäft auf Nordamerika (20%), Lateinamerika (30%) und Asien (15%). Während das Unternehmen von einem erstarkenden Dollar profitiert, hat es unter anderen Währungen gelitten.

Ein Beispiel ist der Real. Brasilien ist der wichtigste Absatzmarkt in Lateinamerika. Der Real hat über das vergangene Jahr zum Dollar 11% an Wert verloren und darum für Dufry den Effekt der Dollaraufwertung gegenüber dem Franken neutralisiert. Seit Anfang 2015 hat der Real gegenüber dem Franken 17% an Wert verloren. Grundsätzlich sollten die positiven Translationseffekte aber überwiegen. Die Bilanzqualität dürfte sich jedoch verschlechtern, da die Hälfte der Verbindlichkeiten in Dollar ausstehend ist.

 

U-Blox

Für den Halbleiterhersteller ist der in Dollar erwirtschaftete Umsatz sehr wichtig: 2013 stammte ein Viertel aus Nordamerika und fast die Hälfte aus dem Raum Asien Pazifik. Das Unternehmen spricht zwar von einer natürlichen Absicherung, da die Produktionskosten in derselben Währung anfallen, in der den Kunden die Rechnung ausgestellt wird.

Nach der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen unterstrich U-Blox (UBXN 77.85 -5.35%) aber den grossen Einfluss des Dollars auf den Umsatz wie auf den Betriebsgewinn (Ebit) für das Gesamtjahr 2014: Ein Erstarken des Dollars um 10% würde den Umsatz um 8% und den Ebit gar um 20% erhöhen. Die überproportionale Steigerung des Ebit gegenüber dem Umsatz ist auf den tieferen Kostenanteil in Dollar zurückzuführen. Ende 2013 waren zwei Drittel des Personals in Europa und nur jeder Zehnte in Amerika angestellt.