Märkte / Makro

Die Schonzeit in Euroland geht zu Ende

Spätestens nach den Wahlen Deutschlands dürfte die Krise wieder auf die Tagesordnung kommen. Italien könnte die bis dahin verfügte Ruhe schon früher stören.

Andreas Neinhaus und Tommaso Manzin

Die Zeichen stehen auf Erholung in der Eurozone. Monat für Monat fallen die Vertrauensindikatoren zuversichtlicher aus. Deutschland bleibt zwar der einzige Wachstumsmotor, und Südeuropa steckt noch tief in der Rezession, aber die Abwärtsdynamik in der Europeripherie hat an Schwung verloren. Die Märkte setzen auf die Besserung. In den vergangenen vier Wochen schlugen die Aktienindizes Italiens, Spaniens und Portugals diejenigen Kerneuropas. Südeuropa hat aufgeholt.

Eindrücklich sind die Erholungstenden­zen bei Staatsanleihen. Sie standen im Epizentrum des Kursbebens während der Eurokrise. Staaten konnten nicht ohne Hilfe die Schulden zurückzahlen. Ihre ­Anleihen waren plötzlich nicht nur nicht mehr «risikolos», sondern akut «default­gefährdet». Die Zinsaufschläge zwischen dem sicheren Kerneuropa und der riskanten Peripherie sprangen in die Höhe. Sie sind noch heute beachtlich.

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