Der SMIM (umfasst die dreissig grössten Mid-Cap-Titel des Schweizer Aktienmarktes) gehört seit Beginn der Hausse im März 2009 zu den stärksten Indizes weltweit. Mit +211% lässt er den SMI (+72%) blass erscheinen. Vom Gewinn von 89% in Dollar verbleiben dem MSCI Welt in Franken bloss 64%. Und von 66% des Euro Stoxx 50 sind in Franken noch 28% übrig. Der Dax mit +211% hat in Lokalwährung Gleichstand mit dem SMIM, in Franken können ihm 140% gutgeschrieben werden.

Ähnliche Ergebnisse haben SMIM und S&P 500, mit +248% in Dollar respektive 201% in Franken für Letzteren. Geschlagen gibt sich der SMIM im Vergleich zu MDax (+381% in Euro, +270% in Franken) und Nasdaq 100 (+478% in Dollar, 400% in Franken).

Die Pièce de résistance

Diese Zahlen nehmen sich stolz aus für den SMIM und zeigen, dass die Schwäche des grösseren Bruders SMI nichts mit dem monetären oder dem konjunkturellen Umfeld in der Schweiz zu tun hat, sondern mit der Zusammensetzung des SMI. Der SMI leidet unter den über weite Strecken relativ schwachen Sektoren und innerhalb der Sektoren schwachen Aktien. Diese weisen eine im globalen Vergleich rekordhohe Gewichtung in einem Landesindex auf.

Damit sind wir bei der Beurteilung des SMIM: Die Indizes sind die Stimmungsmacher, ihren Kurs bestimmen jedoch die Aktien, nicht umgekehrt. Genau das ist die Achillesferse des SMIM: Die Marktbreite des vom ihm abgedeckten Marktsegments der mittelkapitalisierten Emittenten ist sehr eng geworden. Sie beträgt nur 30%. Die herkömmliche Messmethode gibt sich damit zufrieden, während einer gewissen Periode die gestiegenen Aktien zu zählen und davon diejenigen zu subtrahieren, die gefallen sind. Das Problem ist, dass Aktien, die nach oben explodiert sind und die grössere Rückschläge werden einstecken müssen, positiv beurteilt werden. In meinem Ansatz fallen sie negativ ins Gewicht. Und schwach gewesene Titel, die Trendwendesignalketten aufweisen, erfahren in meinem Ansatz eine positive Beurteilung, in den herkömmlichen Modellen lange (oft 52 Wochen) nicht.

Die Marktbreite ist der wichtigste technische Einzelindikator, weil sie Aufschluss darüber gibt, ob die Anlageklasse Aktie im Aufwind liegt, da sie aufgrund positiver Umweltbedingungen gesucht wird, oder ob die Börse selbst («la hausse amène la hausse») hinter der Motivation steht oder Aktien einzelner Unternehmen, die sich in einem widrigen Umfeld besser bewähren können als andere.

Das Defizit

Ferner zeigt die Marktbreite, welche Themen grenzüberschreitend als wichtig angesehen werden und ob regionale Unterschiede, wie sie in länder- oder regionenbezogenen Indizes zum Ausdruck kommen, durch eine globale Sektorpräferenz herbeigeführt werden (wie derzeit) oder ob regionenspezifische Gründe für Über- oder Unterperformance (wie 2011 in der Eurokrise) erkennbar sind.

Im SMIM ist zu wenig Gewicht aus den wirklich starken, globalen, breit abgestützten Sektoren vorzufinden. Das ist eine Schwachstelle eines Index, der gerade wegen der relativ bescheidenen Liquidität der meisten Konstituenten durch unvorhergesehene Ereignisse leichter zum Absturz gebracht werden kann als etwa der wegen seiner Stärke immer wieder kritisch beaugapfelte Information-Technology- oder der Energieindex. Da liegen meilenweit bessere Marktbreitedaten vor als im SMIM.

Leser-Kommentare