Meinungen

Die SNB muss durchhalten

Die Schweizerische Nationalbank muss die Frankengrenze verteidigen, selbst wenn noch viel mehr Kapital in die Schweiz flüchtet. Ein Kommentar von FuW-Ressortleiter Philippe Béguelin.

«Die Eurountergrenze ist kein taktisches Manöver, sondern ein Paradigmenwechsel.»

Wir sind da für die Ewigkeit. Das sagte der damalige Nationalbankpräsident Jean-Pierre Roth im Oktober 2008, als er der Öffentlichkeit den Stabilisierungsfonds (StabFund) erläuterte, der die UBS um toxische Wertpapiere im Wert von 35 Mrd. $ erleichterte. Im Unterschied zur Grossbank müsse das Rettungsvehikel nicht jedes Quartal Rechenschaft ablegen. Die SNB habe Zeit. Diese Aussage ist heute mit Blick auf den Mindestkurs von 1.20 Fr./€ und die wachsenden Fremdwährungsreserven der Nationalbank erneut brisant.

Die Devisenreserven seien zu gross geworden, monieren Kritiker. In der Tat: Der Bestand hatte sich zuerst auf rund 250 Mrd. Fr. verfünffacht, weil die SNB 2009 und 2010 den Franken schwächte und im August 2011 erneut eingriff, als der Euro bis auf 1 Fr. fiel. Im September hat die Nationalbank den Mindestkurs installiert. Ihre Glaubwürdigkeit hielt die Spekulanten in Schach, es waren kaum mehr Eingriffe notwendig – bis Mitte Mai.

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Leser-Kommentare

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w.wiesmann 13.06.2012 - 16:44

Koennen Sie mir erklären warum die SNB sich an den Euro gebunden hat und nicht ein Basket von Währungen braucht, wie das Singapore scheinbar tut .

Jost Wehrli 14.06.2012 - 06:01
“Hinter der Position “Fremdwährungsreserven” verstecken sich…” eben so gut wie keine Sachwerte, und damit ist der Franken einer massiven Kaufkraftentwertung ausgesetzt, die für alle FIAT-Währungen fast sicher ist. Die Aufblähung der Geldmenge ist z.Zt. unumgänglich,aber das Horten von Papiergeld ist es nicht. “Das Portefeuille geschickt verwalten” wäre ganz dringlich nötig. Der einzige Unterschied zwischen ihrerMeinung, Herr Béguelin, und meiner, liegt… Weiterlesen »