Märkte / Makro

Die SNB wird ihren Leitzins ändern

Ende 2021 ist Schluss mit dem Libor. Betroffen sind Millionen von Kreditnehmern. Eine Arbeitsgruppe stellt derzeit die Weichen für den Nachfolgezins Saron.

Der Libor-Skandal von 2012 hat tiefgreifende Folgen für die Kreditmärkte. Der weltweit wichtigste Zins, an dem Geschäfte im Umfang von mehreren Hundert Milliarden Dollar gekoppelt sind, wird Ende 2021 ausrangiert. In allen grossen Währungsräumen laufen die Vorbereitungen für die Umstellung. Die Schweiz ist mehr betroffen als andere. Denn die Nationalbank ist die einzige Notenbank, die den Libor als Leitzins für die nationale Geldpolitik verwendet.

Der Libor ist der überragende Referenzzins. An ihm sind 80% aller Zinskontrakte der Banken in der Schweiz ausgerichtet.  Trotzdem wirkt er seit einigen Jahren wie ein Dinosaurier aus einer anderen Epoche. Er passt nicht mehr so richtig in die heutige Welt. Unbesicherte Kredite sind im Interbankengeschäft immer weniger verbreitet. Die Finanz- und Bankenkrisen haben das Interesse an besicherten Krediten (u. a. Repogeschäfte) steigen lassen. Im  Frankenlibor finden heute keine Transaktionen mehr statt. Die Rate wird ausschliesslich auf Schätzungen der befragten Banken berechnet. Es ist wohl die schlechteste aller Varianten für den Leitzins eines Landes.

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