Märkte / Makro

Die Staatsschulden sind so hoch wie nie

Wenn Staaten sich in Krisen verschulden, unterschätzen sie Langzeitfolgen. Der Grossteil der heutigen Schulden stammt noch aus den Siebziger- und Achtzigerjahren.

Hohe Staatsschulden sind ein wirtschaftliches Risiko. Sie bremsen das Wachstum und gefährden den Wohlstand künftiger Generationen. Die Steuern steigen, sofort oder in der Zukunft. Die öffentliche Hand muss viele Ressourcen abzweigen, um die Zinsen zu bezahlen. Im schlimmsten Fall verlieren die Märkte das Vertrauen in den Staatsschuldner, kaufen seine Schuldtitel (Anleihen, Schatzbriefe etc.) nicht mehr und riskieren damit einen Staatsbankrott.

Um eine solche Katastrophe rechtzeitig vorherzusehen, hat der Internationale Währungsfonds (IWF) ein Warnsystem entwickelt. Es löst Alarm aus, wenn die Verbindlichkeiten 70% des Werts des Bruttoinlandprodukts (BIP) überschreiten. Der Alarm läutet längst – nur hört niemand hin. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?

Leser-Kommentare

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Harald Widmer 03.01.2021 - 15:34
Mit dem Wissen, dass die italienische Staatsbank über einen Bestand von über 2400 Tonnen Gold verfügt und damit der viertgrösste Goldbestand weltweit hat, sehe ich die Verschuldung nicht als so kritisch an. Ein schrittweiser Verkauf von 1000 Tonnen um die Staatsschulden zu senken um damit dem Land etwas mehr Luft zu geben scheint mir nicht abwegig. Aber eben, lieber weiterwursteln…
User IP 03.01.2021 - 20:32

1000 tonnen gold langen bei den Schulden nirgends hin. Gold wird vielfach masslos überschätzt.

User IP 03.01.2021 - 20:35

2551 Mrd Euro Schulden hat Italien.
Bei einem guten Goldkurs komme ich mit 1000 Tonnen auf 50 Mrd.
Die Schuldendimensionen haben unvorstellbare Ausmasse angenommen.

Hans Henke 03.01.2021 - 17:11

die privaten haushalte sind erheblich vermögender als die deutschen. das
in italien gestörte verhältnis stört italiens regierung überhaupt nicht. seit rom
haben immer andere länder die schulden der italiener bezahlt (siehe griechenland) dieses mal die eu (oder deutschland) also: don`t worry…..
zwischenfalls wird der euro abgeschafft und es gibt eine neue währung
(bitcoin???)

Adrian Fiechter 04.01.2021 - 19:40
Einmal mehr denken die Politiker, dass sie die Zinskurve langfristig steuern können und damit das Problem der staatlichen Überschuldung meistern werden. Ein böses Erwachen wird die Reaktion der Märkte auslösen, wenn es heisst „Rette sich wer kann“ . Bei der Kasse am Ausgang werden die Politker sich längst aus dem Staub gemacht haben und die Inflation wird sich in nie… Weiterlesen »