Märkte / Makro

Die Stimmung verdüstert sich – ausser bei den Kleinen

Die Schweizer Einkaufsmanagerindizes für die Industrie und den Dienstleistungssektor fallen. Die KMU sehen hingegen wieder positiver in die Zukunft.

(AWP) Die Stimmung in der Schweizer Industrie hat sich im November wieder etwas stärker eingetrübt. Der Einkaufsmanager-Index (PMI) des Sektors ging um 0,6 Punkte auf 48,8 Zähler zurück. Der PMI des Dienstleistungssektor ging ebenfalls zurück, und zwar um 3,1 Punkte auf 51,7 Zähler.

In der Industrie blieb der Wert somit unter der Marke von 50 Punkten, die als Wachstumsschwelle definiert ist. Er notiert seit dem letzten April unter dieser Marke und fiel zeitweise bis auf 44,7 Punkte. Der Krebsgang dauere an, teilte die Credit Suisse (CSGN 12.825 -4.22%) am Montag mit, die den Index in Zusammenarbeit mit dem Branchenverband Procure.ch ermittelt. Insgesamt mehrten sich jedoch die Zeichen, dass sich die Industriekonjunktur stabilisiere.

Der aktuelle Wert liegt im Rahmen der Experten-Schätzungen. Von der Nachrichtenagentur AWP befragte Ökonomen hatten mit einem Wert zwischen 48,0 und 50,5 Punkten gerechnet.

Bei den einzelnen Subkomponenten sticht vor allem der Auftragsbestand negativ heraus. Markante Produktionssteigerungen seien in den kommenden Monaten daher nicht zu erwarten, so die CS.

Gleichwohl baut die Industrie Stellen auf. Die entsprechende Subkomponente lag den zweiten Monat in Folge über der 50-Punkte-Marke. Offensichtlich habe sich die schwache Nachfrage nach Industrieprodukten bislang nicht nachhaltig negativ auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt.

Dienstleistungssektor über Wachstumsschwelle

Im Dienstleistungsbereich ging der Index um 3,1 Punkte zurück und kam damit unter den Schätzungen der Experten zu liegen (53,0-54,1). Er liege aber noch immer im Wachstumsbereich, was seit Beginn der Berechnung im Oktober 2016 mit Ausnahme eines Monats immer der Fall gewesen sei, so die CS.

Die aktuelle Nachfrageschwäche finde in erster Linie im Industriesektor statt, lautet die Schlussfolgerung. Insbesondere habe die Subkomponente «Geschäftstätigkeit» – das Pendant zur Produktion in der Industrie – unverändert deutlich in der Wachstumszone notiert. Und es seien auch neue Aufträge hereingekommen.

Der PMI und das KOF Konjunkturbarometer gelten als die beiden wichtigsten Frühindikatoren für die Schweizer Wirtschaft. Das letzte KOF-Barometer wurde am vergangenen Freitag veröffentlicht und zeigte ebenfalls einen leichten Rückgang an. Mit 93,0 Punkten lag es weiterhin unterhalb seines langfristigen Durchschnittswertes.

KMU-Index steigt

Die Geschäftslage der kleinen und mittelgrossen Unternehmen (KMU) in der Schweiz hat sich wieder etwas aufgehellt. Zurückzuführen ist die Erholung vor allem auf den Anstieg der Auftragsbestände und Produktionsvolumen. Der Rückgang der Geschäftsaktivität bei den von Raiffeisen befragten KMU habe sich im November nicht fortgesetzt, heisst es in einer Mitteilung vom Montag. Konkret stieg der als KMU PMI bekannte Indikator auf 50,3 Punkte. Im Oktober hatte er noch bei 46,6 Punkten und damit unter der Wachstumsschwelle von 50 Indexpunkten gelegen.

Die Stabilisierung sei vor allem auf die deutlich bessere Einschätzung zu den Auftragsbeständen zurückzuführen, heisst es dazu. Die entsprechende Subkomponente macht laut Raiffeisen mit 30 Prozent den grössten Anteil am KMU PMI aus. Zugelegt hätten auch die Produktionsvolumen und die Bestände in den Einkaufslagern. Letztere seien im Vormonat Oktober noch rückläufig ausgefallen.

Der nun im November wieder erfolgte Anstieg in den Expansionsbereich sei ein Anzeichen dafür, dass die Nachfrage im November die Erwartungen der KMU übertroffen habe. Rückläufig zeigte sich der Konjunkturindikator derweil im Bereich Beschäftigung. Der entsprechende Indexwert fiel von 50 auf 47 Punkte.