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Märkte / Aktien

Die Super-Bullen von Morgan Stanley

Eine Analyse der US-Grossbank hält einen Anstieg des S&P-500-Index auf 3000 für plausibel – und sorgt damit für einigen Diskussionsstoff.

Vergangene Woche hat der amerikanische Leitindex S&P 500 (SP500 2469.91 -0.11%) erstmals die prestigeträchtige Marke von 2000 überschritten. Glaubt man Analysten von Morgan Stanley (MS 46.71 0.26%) (MS), ist die Börsenparty noch lange nicht vorbei. Das ist zumindest der Grundtenor einer bullischen Studie, die in den Wirtschaftsmedien und -foren zurzeit für einige Diskussionen sorgt.

In der Analyse «2020 Vision: Long Live the Expansion» («Lang lebe die Expansion») beschreibt das Team um MS-Stratege Adam Parker die Faktoren, die den laufenden Bullenzyklus noch einige Jahre am Leben erhalten könnten. Auf Basis eines jährlichen Gewinnwachstums pro Aktie von 6% sowie eines Kurs-Gewinn-Verhältnisses von 17 sei ein Zyklushöchst nahe 3000 möglich – was immerhin einer Avance von 50% ab dem aktuellen Niveau entspräche.

Erst am Anfang des Wachstumszyklus

Die Analysten argumentieren etwa, dass sich die US-Wirtschaft erst in einem frühen Stadium des Wachstumszyklus befinde. Auch sei der Prozess des Schuldenabbaus (Deleveraging) bald abgeschlossen. Zudem profitiere der amerikanische Markt von tieferer Volatilität, solideren Konzernbilanzen sowie der Absenz unternehmerischen Überschwangs. Letztlich hätten einige makroökonomische Indikatoren erst jetzt ein normales, langfristig weiterhin tragbares Niveau erreicht.

Freilich enthält die Analyse einige Aber. So zählt Parker mehrere Faktoren auf, die den aktuellen Expansionszyklus gefährden könnten. Von grosser Relevanz sei das Ergebnis politischer Reformen – etwa in den Bereichen Budget, Steuern und Immigration –, die noch längere Zeit für Unsicherheit sorgen dürften. Auch könnte eine weitere Wirtschaftsabkühlung in Europa und China den US-Aktienmarkt negativ tangieren.

Und täglich grüsst das Murmeltier

Die super-bullische Einschätzung weckt ungute Gefühle: Vielen Investoren dürfte das Buch «Dow 36’000: The New Strategy for Profiting From the Coming Rise in the Stock Market» in bester Erinnerung geblieben sein, das anno 1999 für Aufsehen sorgte. Die Autoren James K. Glassman und Kevin A. Hassett hatten damals die Prognose aufgestellt, der Dow Jones (Dow Jones 21513.17 -0.31%) Industrial werde in einigen Jahren ein Niveau von 36’000 erreichen – kurz bevor die Dotcom-Blase platzte und die globalen Aktienmärkte in eine massive Korrektur übergingen.