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Die Thurgauer KB darf sich rühmen

Analyse | Trotz Corona hat das Staatsinstitut vergangenes Jahr mehr verdient. Dennoch bleiben die Partizipationsscheine unattraktiv.

Kaum Krisenstimmung im Kanton Thurgau: Die Thurgauer Kantonalbank (TKB) hat im vergangenen Jahr Corona ein Schnippchen geschlagen und sich besser als erwartet behauptet. Allen voran im Zinsdifferenzgeschäft. Dank einem hohen Ausleihungsvolumen – die Hypothekarforderungen legten 4,6% zu – machte das Staatsinstitut einen Teil des Margenschwunds wett, der es weiterhin fest im Griff hat.

Dass die TKB netto trotz deutlich höherer Wertberichtigungen für Kreditausfälle mehr eingenommen hat, ist aber primär auf den tieferen Zinsaufwand zurückzuführen. Sie profitierte gleich von zwei Faktoren. Zum einen konnte sie sich 2020 günstig refinanzieren, zum anderen hat sie den höheren Freibetrag bei der Schweizerischen Nationalbank genutzt, um Gelder von anderen Banken gegen Negativzinsen in die Bilanz zu nehmen. Eine Strategie, die sie 2021 weiterhin fahren wird.

Handelslust zahlt sich aus

Wie andere Retailbanken auch kommt die Thurgauer KB aber nicht darum herum, ihr Geschäft zu diversifizieren, um den Druck durch die tiefen Zinsen zu schwächen. Und das macht sie bislang sehr gut. Davon zeugt der hohe Neugeldzufluss ins Anlagegeschäft. Das Depotvolumen nahm 9,4% auf 8,6 Mrd. Fr. zu, die Vermögensverwaltungsmandate für kleinere Vermögen lagen erstmals über 1 Mrd. Fr. (+20%) Das zahlte sich im Krisenjahr aus. Die Handelslust der Kunden und das höhere Volumen kompensierten die tieferen Einnahmen durch Geldbezüge und liessen den Kommissionsertrag wachsen. Die strategische Fokussierung auf die Vermögensverwaltung stimmt optimistisch, dass der Bereich im laufenden Jahr weiter an Bedeutung gewinnt. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?

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