Kaum Kondensstreifen am Himmel, fast kein Fluglärm um die sonst ausgelasteten Pisten, menschenleere Flughäfen: Das war 2020, das Annus horribilis der Zivilluftfahrt. Dieser Ausnahmezustand spiegelt sich in der Rangliste der grössten Flughäfen, jährlich erhoben vom Branchendachverband Airports Council International. Die Top Ten weltweit sind nunmehr eine rein chinesisch-amerikanische Angelegenheit, mit Betonung auf chinesisch. An der Spitze löste Guangzhou (im Vorjahr noch nicht in den obersten zehn), die Kernstadt des Industrie-Ballungsraums am Perlflussdelta, den bisherigen Spitzenreiter Atlanta ab. Zwar sank in Guangzhou das Passagieraufkommen 40% auf rund 44 Mio., doch in Atlanta war der Rückgang mit 61% happiger, es resultierten «nur» noch 43 Mio. Passagiere. Generell waren, mit Ausnahme Pekings, die Abnahmeraten in China geringer als anderswo; der ­innerchinesische Luftverkehr brach nicht völlig zusammen. Mit –22% hielt sich etwa der Flughafen von Chongqing ­vergleichsweise respektabel und rückte von Platz 48 auf Rang sechs vor – von dieser Stadt wird gesagt, sie sei mit über 30 Mio. Einwohnern (auf einer Fläche von derjenigen Österreichs) die grösste der Welt. Apropos Zürich: «Ferner flogen», sozusagen; es wurden bloss 8,3 Mio. Passagiere ­gezählt, minus drei Viertel. Die Wiederbelebung hat nun ­eingesetzt, in Zürich wie anderswo, braucht aber Zeit.