Inwieweit korreliert die Gesamtvergütung eines Verwaltungsratspräsidenten mit der Bedeutung und dem Gewicht der betreffenden Publikumsgesellschaft – hier gemessen an der Marktkapitalisierung? Es gibt im Sortiment des SIX-Tableaus nur in Ansätzen eine positive Korrelation: Die Verwaltungsratspräsidenten der ganz grossen Blue Chips erhalten in der Tat sehr hohe Honorare, doch von den hier abgebildeten Top-Verdienern führen bei weitem nicht alle den Verwaltungsrat eines SMI-Unternehmens. Schon auf Rang vier findet sich der Präsident von Temenos, auf Rang sechs derjenige von Dufry – beides im Mid-Cap-Index SMIM geführte Namen. Der Verwaltungsratspräsident der SMI-Gesellschaft ABB erhält dagegen «nur» 1,2 Mio. Fr. und ist hier gar nicht aufgeführt. Die Präsidenten der SMI-Gesellschaften Geberit und Sika erhalten jeweils weniger als 1 Mio. Fr. (wobei der Sika-VR derzeit wegen des Übernahmestreits mit der Schenker-Winkler Holding bzw. Saint-Gobain gratis arbeitet). Bemerkenswert ist das Lohngefälle an der Spitze zwischen den VR-Präsidien der ähnlich grossen Pharmamultis Roche und Novartis. Die magische Formel zur Festsetzung eines angemessenen Honorars für ein Verwaltungsratspräsidium existiert nicht. Dass die Publikumsaktionäre seit einigen Jahren die Entlohnung von Management und VR kritischer verfolgen als einst ist richtig – und bleibt wichtig.