Märkte / Aktien

Die Türkei schlittert tiefer in die Krise

Hohe Auslandschulden und die taumelnde Lira bilden eine toxische Mischung. Weitere Herabstufungen der Bonität des Landes könnten die Folge sein.

Der Sinkflug der türkischen Lira wird immer steiler. Schon seit Jahren neigt die Valuta des Landes am Bosporus immer wieder zur Schwäche, doch zu Wochenbeginn markierte der Dollar-Lira-Wechselkurs bei 9.8545 Lira/$ ein vorläufiges Rekordhoch.

Seit Jahresbeginn hat die türkische Landeswährung gegenüber dem Dollar über 20% an Wert verloren. Auch zu anderen Hauptwährungen hat sie teilweise Rekordtiefs erreicht.

Präsident Recep Erdogans zweifelhaftes diplomatisches Geschick, das er mit der angedrohten Ausweisung von zehn westlichen Botschaftern am Wochenende erneut unter Beweis gestellt hat, beschleunigte den Wertzerfall der Lira nur noch weiter. Ankara warf den Vertretungen vor, sich in innenpolitische Belange einzumischen, was gemäss den Wiener Konventionen über diplomatische Beziehungen nicht erlaubt ist. Am Montag entschärfte die US-Botschaft in Ankara die Situation über Twitter mit dem deutlichen Bekenntnis zu den Wiener Konventionen. Der Druck auf die Lira entspannte sich anschliessend.

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