Märkte / Makro

Die Türkei steht vor erneuter Währungskrise

Die Lira wertet sich noch viel schneller ab als der Dollar, weil die Zentralbank die Zinsen nicht erhöhen will. Die anderen Schwellenländer stehen besser da.

Die Türkei steuert auf die zweite Währungskrise in nur zwei Jahren zu. Während andere Schwellenländer vom schwachen Dollar und den ­rekordtiefen US-Zinsen profitieren, hat die Coronapandemie die Situation für die Türkei noch verschlimmert. Das Virus selbst scheint das Land am Bosporus mit weniger als zwanzig Infektionen auf 100 000 Einwohner einigermassen unter Kontrolle zu haben. Akuter ist das Problem auf der makroökonomischen Ebene.

Der Wert der türkischen Lira ist auf einen neuen Tiefpunkt seit der Währungsumstellung von 2005 gefallen, als sechs Nullen gestrichen wurden. Die neue tür­kische Lira startete damals zum Kurs von 1.20 Lira pro Dollar in den Handel. Mittlerweile müssen für einen Dollar 7.30 Lira bezahlt werden, mehr als während der Krise von 2018. Zum Euro handelt die türkische Valuta zu einem Rekordkurs von 8.60 Lira pro Euro. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?