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Märkte / Immobilien

Die unendliche Geschichte des Eigenmietwerts

Fällt der Eigenmietwert, fällt in der Steuerrechnung die Möglichkeit des Schuldzinsabzugs. Das gilt gemäss Vorschlag auch für die meisten Investitionsabzüge.

Die Besteuerung von Wohneigentum ist seit Jahren ein umstrittenes Thema in der Politik. Im Zentrum steht der Eigenmietwert, zu dessen Abschaffung die Wirtschaftskommission des Ständerats (WAK-S) sich Ende Mai durchgerungen hat. Im Gegenzug sollen Schuldzinsen und auf Bundesebene Investitionen in die eigene Liegenschaft nicht mehr von den Steuern abgezogen werden dürfen.

Die Vorlage, die in der WAK-S mit neun gegen zwei Stimmen und einer Enthaltung schlank durchging, wird noch viel zu reden geben. Sie liegt nun beim Bundesrat zur Stellungnahme. Will die Regierung Änderungsanträge einbringen, kommt nochmals die Kommission zum Zug, bevor die Vorlage vermutlich in der Herbstsession in den Ständerat kommt.

Fiktive Einnahmen

Der Eigenmietwert ist ein fiktives Einkommen, das Hausbesitzer und Wohnungseigentümer versteuern müssen. Im Gegenzug dazu können sie Hypothekarzinsen und Unterhaltskosten in Abzug bringen. Der Steuerabzug für die Hypothekarzinsen ist wegen des Tiefzinsumfelds derzeit oft wesentlich niedriger als die Einnahmen aus einer fiktiven Vermietung der Liegenschaft, die als Berechnungsgrundlage für den Eigenmietwert dienen. Festgelegt wird dieser durch die kantonale Steuerbehörde. In der Schätzung achtet sie auf Wohnfläche, Lage, Baujahr oder Bauweise. Ins Gewicht fällt der Einkommenszuwachs in der Steuerrechnung vor allem für ältere Eigenheimbesitzer, die eine Rente und kein Lohneinkommen zu versteuern haben und ihre Hypothek bereits weitgehend amortisiert haben. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?