Unternehmen / Ausland

Die US-Geldhäuser suchen das neue Normal

2021 war aussergewöhnlich für die grossen Investmentbanken. Dieses Niveau zu halten wird schwer.

Die «Rainmaker», wie erfolgreiche Investmentbanker (IB) auch genannt werden, haben im vergangenen Jahr für reichlich Niederschlag über Wallstreet gesorgt. Die fünf US-Grossbanken haben mit Firmenübernahmen, Börsengängen sowie Aktien- und Anleihenemissionen 2021 einen Ertrag von mehr als 45 Mrd. $ erzielt – knapp 40% mehr als im Jahr zuvor (vgl. Tabelle 1).

Das positive Bild hat sich in den letzten drei Monaten des Jahres aber noch leicht gedreht. Im Vergleich zum Beratungsgeschäft haben sich andere Geschäftsbereiche der Investmentbanken, wie etwa das Handelsgeschäft, schwächer entwickelt. Das hat mit dazu geführt, dass auch Riesen wie Goldman Sachs oder JPMorgan im Vergleich zum Vorjahr im Schlussquartal weniger verdient haben, trotz insgesamt rekordhoher Jahresgewinne dank brummendem IB (vgl. Tabelle 2).

In Bezug auf die Zukunft scheiden sich die Geister

Für die ersten Monate 2022 scheint die IB-Pipeline zwar gut gefüllt, steigende Zinsen und die höhere Inflation sorgen womöglich in Zukunft aber für geringere Aktivität in dem Bereich. Die Entwicklung im IB ist notorisch volatil. An den Szenarien scheiden sich indes die Geister: Goldman Sachs etwa geht davon aus, dass die Unterbrechungen in den Lieferketten Unternehmen künftig dazu zwingen, mehr Zukäufe in Betracht zu ziehen. JPMorgan warnt dagegen, dass aufgrund tieferer Einnahmen im IB und höherer Investitionskosten die Ziele in den kommenden Jahren verfehlt werden könnten.

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