Unternehmen / Schweiz

Oswald Grübel: «Das war ein Anfängerfehler des Managements»

Der Ex-Banker kritisiert die Bonuskultur und sieht bei Fehlverhalten CEO in der Pflicht. An den Börsen sieht er den Tiefpunkt noch nicht erreicht.

Beatrice Bösiger und Deborah Stoffel

Er ist der Mann für Krisen. Oswald Grübel hat erst Credit Suisse und dann UBS saniert. Im Interview spricht er über Fehler in der Risikoeinschätzung, darüber, was Geld mit dem Charakter macht und was er Leuten rät, die mit dem Vermögensaufbau beginnen.

Herr Grübel, Sie haben in einer Diskussion das geflügelte  Wort verwendet, Geld ­verderbe den Charakter. Warum?
Das zeigt sich überall. Meine Grossmutter hat mir schon gesagt, Geld verderbe den Charakter. Das ist das älteste Sprichwort der Welt.

Trotzdem hat Ihnen Ihr Grossvater nach Ihrem Umzug nach Westdeutschland mit auf den Weg gegeben, Sie sollten möglichst rasch Geld verdienen. Dann haben Sie eine Lehre bei der Deutschen Bank absolviert.
Wenn man kein Geld hat, dann möchte man welches haben und wenn man welches hat, dann möchte man noch mehr haben. So sind die Menschen. Die Frage, ob Geld den Charakter verdirbt, hängt von der Person ab. Bei einigen tut es das, bei anderen nicht.

«Die Verluste nach dem ­Zusammenbruch von Archegos waren ein Anfängerfehler des Managements.»

Und bei Ihnen?
Wenn Sie in den Vierziger- und Fünfzigerjahren aufgewachsen sind, ohne Geld oder Vermögen, dann lernen Sie den Wert von selbst verdientem Geld schätzen, und zwar fürs Leben. Ich habe ein gesundes und diszipliniertes Verhalten gegenüber Geld, habe mich nie verschuldet, sondern gespart, wenn ich etwas kaufen wollte. Geld und Vermögen bedeutet Sicherheit für die meisten Menschen.

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