Der Begriff der Eliten ist heutzutage belastet: Sie stehen im Ruf, Wirtschaft und Gesellschaft auszubeuten und nur auf das eigene Wohl zu schauen. Diese simple und pauschalisierende Sicht der Dinge greift zu kurz. Das belegt der 2021 von der Universität St. Gallen zum zweiten Mal erarbeitete «Elite Quality Index». Er misst, ob eine Elite zur Wertschöpfung eines Landes beiträgt oder ihm Wert entzieht. Unter Eliten werden Gruppen verstanden, die Wirtschaft und Politik zu beeinflussen vermögen. Die Studie hat 151 Staaten untersucht und mehr als 100 Indikatoren ausgewertet. Diese sind in vier Bereiche gruppiert: wirtschaftliche Macht, wirtschaftlicher Wert, politische Macht und politischer Wert. Je höher der Index ist, desto höher fällt die Wertschöpfung durch die Eliten aus, je niedriger, desto mehr Wert wird zerstört. An der Spitze steht Singapur mit 68,3 Punkten. Die Eliten des Stadtstaates sind die global grössten Wertschöpfer. Dahinter folgt die Schweiz mit 67,6 Punkten. Unter den Top Ten sind, mit Ausnahme Singapurs, ausschliesslich westliche Industriestaaten vertreten. Am unteren Ende der Rangliste, wo die ­Eliten Wert zerstören, liegen Länder aus Afrika bzw. Nahost. Der Index macht auch prognostische Aussagen: Länder mit niedrigem Wert werden sich auch künftig schwertun, Wohlstand zu generieren. Das lässt für viele Länder Afrikas sowie etliche in Asien wenig Gutes erahnen.