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Die vier wichtigsten Anlegerfragen bei Swatch Group

Der weltgrösste Uhrenhersteller publiziert diese Woche die Halbjahreszahlen. Worauf die Aktionäre besonders achten müssen.

Es dürften keine erfreulich positiven Zahlen sein, die Swatch Group (UHR 261.8 0.61%) diese Woche zum ersten Halbjahr 2019 präsentieren dürfte. Zwar rechnet CEO Nick Hayek mit einem «gesunden Wachstum» über das ganze Jahr. Allerdings ist die Vergleichsbasis für die ersten sechs Monate aus dem Vorjahr anspruchsvoll. Damals steigerte Swatch Group den Umsatz organisch mehr als 12%.

Analysten erwarten, dass der Umsatz bei rund 4,2 Mrd. Fr. liegen dürfte und damit leicht unter dem Niveau von 2018. Deutlicher dürfte die Einbusse im Konzerngewinn ausfallen. Die Zürcher Kantonalbank rechnet mit einem Rückgang von rund 20% auf 360 Mio. Fr.

Die durchwachsene Entwicklung ist nicht überraschend. Swatch Group ist in den günstigen Preiskategorien, die in den vergangenen Monaten in den Schweizer Uhrenexportzahlen einen überdurchschnittlichen Rückgang verzeichnet hatten, mit der Marke Swatch besonders betroffen. Entsprechend ist eine negative Geschäftsentwicklung in den Aktien bereits eskomptiert. Im laufenden Jahr weisen Swatch Group neben UBS (UBSG 10.14 1.73%) und ABB (ABBN 18.065 1.09%) als einzige Titel im Swiss Market Index eine negative Kursentwicklung auf.

Um das Halbjahresergebnis richtig einordnen zu können, sollten Anleger deshalb folgende vier Punkte besonders beachten:

1. Hat Swatch Group die Kapazitätsprobleme bei Omega und Longines gelöst?

Das zweite Halbjahr 2018 hatten Lieferschwierigkeiten bei den zwei wichtigen Uhrenmarken Swatch Group die Zahlen verhagelt. Weil das Unternehmen die gesamte Wertschöpfungskette unter sich hat, gelang es Swatch Group nicht, die Nachfrage vollumfänglich zu bedienen. Nick Hayek sagte im Januar, dass diese Probleme im ersten Halbjahr 2019 behoben sein sollten.

2. Welchen Einfluss haben die Unruhen in Hongkong auf den Uhrenverkauf?

Die vergangenen Wochen waren in Hongkong dem Uhrenbusiness nicht zuträglich. Wegen den politischen Unruhen rund um ein neues Auslieferungsgesetz mussten Uhrenmarken ihre Boutiquen zeitweilig schliessen. Die Frage ist, wie hoch der Ertragsausfall für Swatch Group ist, die gerade in Hongkong und China stark positioniert ist.

3. Stabilisiert sich das Vorratsniveau?

Im Geschäftsjahr 2018 wies Swatch Group eine deutliche Erhöhung der Vorräte aus, auch bedingt wegen den Lieferproblemen mit den zwei Uhrenmarken. Anleger sollten darauf schauen, ob sich die Vorratshaltung weiter erhöht, oder ob es dem Unternehmen gelingt, das Niveau zu stabilisieren oder gar zu verringern.

4. Wie zuversichtlich fällt die Prognose für das zweite Halbjahr aus?

Konzernchef Hayek ist dafür bekannt, dass er in seinem Ausblick vor allem die Chancen im Uhrengeschäft betont. Im Hinblick auf 2019 hatte er nur noch von einem «gesunden Wachstum» gesprochen, was für Hayekssche Verhältnisse relativ moderat ist. Interessant ist deshalb, wie der CEO für das zweite Halbjahr gestimmt ist.

 

 

 

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