Märkte / Makro

Die Wachstumsaussichten verdüstern sich

Die Konjunkturindikatoren aus der Industrie geben weiter nach. Sie liegen aber nach wie vor über der Grenze, die Wachstum signalisiert.

Es mag paradox klingen. Trotz überstandener Pandemie, Vollbeschäf­tigung und gut gefüllter Auftrags­bücher geht an den Finanzmärkten die Angst vor einer Rezession um. Grund sind die hohe Inflation, die an der Kaufkraft nagt, und die steigenden Zinsen, die fremdfinanzierte Projekte verteuert. Um die Inflationsdynamik zu brechen, könnten die Notenbanken gezwungen sein, mit noch deutlich höheren Zinsen die Gesamtnachfrage zu dämpfen und den Arbeitsmarkt abzukühlen. Und von einer Abkühlung bis zu einer wirtschaftlichen Stagnation oder gar Rezession ist es nicht weit.

Frühindikatoren wie der Einkaufsmanagerindex (Purchasing Managers Index, PMI) sollten den Abschwung als Erste ­erkennen. Anders als Umfragen unter Konsumenten deuten sie aber auf den ersten Blick noch keine dramatische Verschlechterung an. Der globale, nach Länder-BIP gewichtete PMI notiert bei 52,2. In den meisten Ländern sind die PMI im Juni zwar erneut gesunken. Mit Ausnahme von Taiwan und einigen osteuropäischen Staaten liegen sie aber überall über 50. Das heisst: Die Mehrheit der befragten Chefeinkäufer beurteilt die Lage besser als im Vormonat (vgl. Erklärungstext unten).

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