Krise und Rezession waren gestern. Jetzt überwiegen Sorgen wegen wirtschaftlicher Überhitzung und Inflation. Denn die Kombination aus Stimulipolitik, Nachholeffekt und robustem Welthandel verpasst der Konjunktur einen derart kräftigen Schub, dass die Weltwirtschaft schon bald auf dem alten Wachstumspfad der Zeit vor Corona zurück sein könnte.

Anzeichen eines Nachfrageüberhangs gibt es viele. Angefangen beim boomenden US-Immobilienmarkt über die explodierenden Rohstoffpreise bis hin zu langen Lieferfristen. Und dass der Welthandel nur kurz unter der Pandemie gelitten hat, verdeutlichen die südkoreanischen Exporte. Im Mai haben die Ausfuhren ein neues Allzeithoch erreicht und liegen 45% über dem Vorjahresmonat. Sie sind ein Gradmesser der globalen Nachfrage.

Erholung im Rekordtempo

Passend dazu läuft die Produktion in den Fabrikhallen auf Hochtouren, nicht nur in Asien, sondern auch in Europa und Nordamerika. Im Unterschied zum Dienstleistungssektor ist die Nachfrage nach Gütern durch die Pandemie nicht eingebrochen, sondern oft sogar gestiegen. Das grössere Problem sind die Lieferengpässe und höhere Preise. Das geht aus den Umfragen hervor, aus denen der Einkaufsmanagerindex (Purchasing Managers’ Index, PMI) erstellt werden. Nicht nur die Auftragslage hat sich rekordverdächtig verbessert, auch die Index-Subkomponenten Preise und Lieferzeiten haben vielerorts neu Höchstwerte erreicht.

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