Der schottische Moralphilosoph Adam Smith gilt als Begründer der klassischen Nationalökonomie. 1776 veröffentlicht er das Werk «The Wealth of Nations». Darin beschreibt er, wie das Bestreben des Individuums, seine Lebensbedingungen zu verbessern, den gesellschaftlichen Wohlstand fördert. Die Quelle des Reichtums ist gemäss Smith die Arbeit: Der Wert einer Ware wird durch die Arbeit bestimmt, die zu ihrer Produktion notwendig ist.

Ein grosser Kritiker der klassischen Ökonomie ist Karl Marx. 1867 publiziert er den ersten Band seines Hauptwerks «Das Kapital». Er kritisiert darin die kapitalistische Produktionsweise, die auf der Ausbeutung der Arbeiterklasse basiert.  Anfang 1870 entstehen in der Schweiz, Grossbritannien und Österreich fast gleichzeitig ökonomische Theorien, die den Begriff des Nutzens in den Mittelpunkt stellen (Grenznutzenschule, Marginalistische Revolution). Ein Vertreter ist der Österreicher Carl Menger. Er kommt zum Schluss, dass der Preis einer Ware von der Wertschätzung der Konsumenten bestimmt wird, die sich dabei vom erwarteten Nutzen leiten lassen. Menger gilt als Vater der Österreichischen Schule der Nationalökonomie. Ein bedeutender Exponent dieser Denkrichtung ist Friedrich August von Hayek. Zum Bruch mit der vorherrschenden klassischen Denkweise kommt es während der Weltwirtschaftskrise in den Dreissigerjahren. John Maynard Keynes begründet 1936 mit seinem Werk «The General Theory of Employment, Interest and Money» die Makroökonomie. Die Theorie der nachfrageorientierten Konjunktursteuerung dominiert die Lehre in den folgenden Jahrzehnten. In den Siebzigerjahren, als die amerikanische Wirtschaft in einer Stagflation steckt, schlägt die Stunde der Monetaristen um Milton Friedman. Die keynesianische Theorie kann die Kombination aus hoher Inflation und stagnierendem Wachstum nicht erklären. Der Monetarismus, der die Rolle der Geldmenge ins Zentrum stellt, liefert Lösungsansätze.

Die Neoklassik dominiert die heutige ökonomische Lehre. Sie kombiniert Elemente von Keynes mit der klassischen Ökonomie. Einer ihrer frühesten Vertreter ist der Amerikaner Irving Fisher.